Darauf könnte ich nicht verzichten…du etwa?

Früher war doch alles besser, oder? Zum kleinen Teil würde ich der Aussage zustimmen. Die Probleme, die die Menschen früher hatten, waren jedoch noch nicht so gravierend in Bezug auf die Existenz der Menschheit. Das liest sich jetzt ziemlich hart, aber wenn wir mal vergleichen, wie wir Menschen uns in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten verändert und weiterentwickelt haben, müssen wir feststellen, dass die Entwicklung nicht nur Gutes mit sich gebracht hat.

Es sind die vielen kleinen Dinge im Leben, die sich schleichend verändert und an die wir uns sehr schnell gewöhnt haben.

Erinnerst du dich noch an die kleinen sogenannten ‚Tante-Emma’-Läden? In meiner Kindheit in den 80er Jahren gab‘ es die tatsächlich noch. Wir uns dort gerne Süßigkeiten gekauft oder auch mal ein Brötchen für 10 Pfennig. Diese Lädchen waren so klein, dass nur wenige Kunden Platz zum Einkaufen hatten, da sie hauptsächlich aus ein paar Regalen und einer Theke bestanden. Irgendwie wünscht man sich doch dieses Gefühl von früher zurück, oder? Da waren regional und saisonal noch sehr bedeutende Worte. Da gab‘ es eben weder Erdbeeren noch Spargel im Winter.

‚Tante-Emma-Laden‘ oder ‚Krämerladen‘

Erinnerst du dich noch an die Weiden, auf denen Kuhherden von Frühling bis Herbst grasten? Ich erinnere mich auch noch an die Weide mit den Schweinen bei uns im Dorf. Alles Bilder aus der Vergangenheit. Schweine habe ich schon ewig nicht mehr draußen gesehen und die Kuhherden sind mittlerweile so riesig geworden, dass sie zwangsläufig genau wie die Schweine ihr viel zu kurzes Leben im Stall verbringen müssen.

Früher
Heute

Mein Opa hatte immer Stofftaschentücher bei sich. Komisch, aber ich verbinde mit meinem Opa immer diese Stofftaschentücher. Sie waren kariert und er hat sie jahrelang benutzt. Wie toll eigentlich. Wer braucht schon Wegwerf-Taschentücher?! Wir könnten doch so viel umweltfreundlicher leben!

Wo wir gerade bei Tüchern sind: ja, wir haben sie aus unserem Haushalt verbannt, die ‚Küchenrolle‚. Ja, es war schwer. Sogar ziemlich schwer am Anfang – so sehr hatten wir uns daran gewöhnt. Und es gibt auch Tage, an denen ich sie vermisse. Aber andererseits bin ich stolz, dass wir es geschafft haben uns wieder von diesem Luxusgut, welches sich heimlich in unser Leben geschlichen hat, zu verabschieden. Wenn man erstmal weiß, wieviel Holz und wieviel Wasser dafür verschwendet wird, ist schnell klar, dass das einfach untragbar ist für unseren Planeten – und zwangsläufig für die Zukunft unserer Kinder.

Können wir uns den Luxus leisten? Etliche Bäume werden gefällt, weil wir uns angewöhnt haben, das Einwegtuch zu nutzen

Weichspüler hat unsere Mama zum Glück nie benutzt, daher weiß ich auch, dass dieser Verzicht gar kein wirklicher Verzicht ist. Weichspüler ist ein überflüssiges Produkt, welches außer einem Wäscheduft nur Umweltschäden hinterlässt. Generell war ich erschrocken darüber, dass viele Weichspüler nicht nur ein Asthma- und Allergiepotenzial hervorrufen können, sondern teilweise auch negative Auswirkungen auf das Nervensystem in Tierversuchen nachgewiesen wurden.

Bei Waschmitteln verhält es sich ähnlich, wenn nicht sogar schlimmer durch das enthaltene Mikroplastik. Ich weiß nicht, wie es früher war, aber ich frage mich, warum wir Verbraucher mit Dingen wie dem Feuchthaltemittel Glycol (Entwicklungstoxizität/Schädigung der Enzwicklung des Kindes und Verdacht auf hormonelle Wirksamkeit) in Waschmitteln in Berührung kommen müssen? Dazu werden solche Waschmittel noch als Testsieger ausgezeichnet – und wir denken, wir kaufen nur das Beste! Und warum befindet sich im Waschmittel Sulfuric Acid? Dieser Stoff kann vermutlich Krebs erregen, eine Störung des Immunsystems ist ebenfalls möglich sowie die Reizung der Atemwege. Klar, alles in geringen Mengen, aber dennoch völlig überflüssig. Wir wissen ja, dass es Waschmittel gibt, die ‚sauber‘ sind.

Haben schlechte Bewertungen in Tests erhalten

Wir hatten in den 90ern schon einen Wassersprudler. Damals noch mit Plastikflaschen, aber immerhin. Bis heute wissen wir, dass unser Leitungswasser in Deutschland von sehr guter Qualität ist. Dennoch wird überteuertes Wasser aus Plastikflaschen im Laden gekauft – kistenweise . Oder noch schlimmer in dünnen Einweg-Pfandflaschen, die zusätzlich in Folie geschweißt sind. Wir haben auch viele Jahre Glasflaschen gekauft; sind aber zuhause wieder zurückgekehrt zum Wassersprudler. Hin und wieder kaufen wir mal Getränke aus Flaschen, wenn wir unterwegs sind. Die Umstellung zuhause war anfangs schon ein wenig nervig. Aber: man kann sich an alles gewöhnen. Das lernen wir immer wieder. Mittlerweile ist das Sprudeln so in unseren Alltag integriert, dass es kaum noch auffällt. Ist eben alles ein Lernprozess.

Genauso, wie wir es uns zuhause abgewöhnt haben, Produkte tierischen Ursprungs zu konsumieren. Die eigene Gesundheit sowie die Umwelt leiden extrem darunter. Zudem ist es ja eine ethische Frage, ob es wirklich von Nöten ist. Und nein – ist es nicht. Das haben wir mittlerweile auch gelernt dank etlicher Studien. Früher gab‘ es noch den Sonntagsbraten – erinnerst du dich? Da wurde das Fleischessen viel mehr zelebriert. Fleisch ist heute so billig, dass die Wertschätzung völlig verloren gegangen ist und nur noch stumpf konsumiert wird. Täglich. Da kommen wir zurück zum Punkt ‚heute verbringen die Tiere ihr kurzes Leben nur noch im Stall‘. Die wenigsten Leute verbinden mit einem Stück Muskelfleisch ein Lebewesen. Muttermilch ist zum Getränk geworden, Käse für viele nicht mehr wegzudenken. Und das alles haben die Industrie, die Werbung, die Lobby mit uns gemacht. Unsere Babys dürfen anfangs keine Kuhmilch trinken. Logisch; sie sollen ja auch die Milch von ihren Müttern, also von uns Menschen, bekommen. Genauso, wie die Kälber, die Milch von ihren Mutterkühen bekommen sollen. Aber wir trennen sie kurz nach der Geburt von ihren Müttern, gewöhnen sie an Wasser und schlachten sie nach ein paar Wochen. Kalbsschnitzel ist mal wieder im Angebot – da greift man doch gerne zu. Wir sind tatsächlich alle laktoseintolerant; werden aber nach und nach an Milchprodukte herangeführt, bis es aus unserem Speiseplan nicht mehr wegzudenken ist. Es wird uns suggeriert, wir bräuchten es. Das war bereits früher so; jedoch nicht in diesen enormen Massen, wie heute.

Dieser eigentlich völlig natürliche Vorgang wird nahezu jedem Kalb verwehrt, da Menschen ihnen ihre zustehende Muttermilch klauen.

1990 war Der Grüne Punkt und somit auch der Gelbe Sack geboren. Und irgendwie kommt es mir so vor, als ob es früher viel weniger Kunststoff gab. Und tatsächlich schreibt der NABU in einem Artikel: ‚Geht man vom Trend der vergangenen Jahre und Jahrzehnte aus, werden immer mehr Materialien durch Kunststoff ersetzt. Dies kombiniert mit einem moderaten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts führt zu einer Steigerung der Plastiknutzung um weitere 28 Prozent.‘ Zum Glück gibt es mittlerweile schon ein paar ‚Unverpackt-Läden‘ in denen man die Möglichkeit hat, seine mitgebrachten Gefäße mit Lebensmitteln zu füllen. Das in Plastik verpacke Obst und Gemüse ist in den Supermärkten jedoch leider völlig normal. Und immer wieder sehe ich Menschen, die Bananen in dünne Hemdchenbeutel stopfen und zur Kasse tragen – kosten ja nix extra. Was ist da passiert, dass Menschen so sinnlose Dinge tun? Der neueste Trend sind die ebenso kostenfreien Papiertüten beim Obst und Gemüse. Die machen’s jedoch auch nicht besser. Mit Einkaufskorb, Wäschenetz und Stoffbeutel bewaffnet einkaufen – da müssen wir wieder hin!

So kaufen wir in der Regel ein. Wäschenetze oder Stoffbeutel eignen sich prima für ‚Kleinkram‘

Hey, was ist mit dir – auf was verzichtest du? Und ist dir die Umstellung schwergefallen? Hast du Tipps für uns? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Bitte folgt uns und gebt uns einen Daumen hoch - Danke! 🙂

2 Antworten auf „Darauf könnte ich nicht verzichten…du etwa?“

  1. Ich traue den Leitungen nicht. Deshalb kommt das Wasser aus dem Hahn nicht in Frage. Die Plastikbeutel beim Gemüse hab ich jetzt gegen zwei Netze getauscht. Das ist absolut kein Problem für mich. Ansonsten fühle ich mich oft hilflos. Erdrückt von all dem, was wir diesem Planeten, den Tieren, der Umwelt etc antun. Ich fühle mich machtlos und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Obwohl so viel an Information vorhanden ist. Ich trinke zum Beispiel gerne Milch, esse gerne Fleisch. Ich verzichte inzwischen öfter drauf. Aber ganz ohne geht es für mich nicht. Die veganen Alternativen sind zum Teil zu gebrauchen, zum Teil nicht – ganz normal. Aber ob all die künstlichen Bestandteile in solchen Sachen wirklich gut sind? Ich weiß es nicht. Mikroplastik ist wirklich ein Ärgernis. Aber was soll ich kaufen, damit das weg ist? Ich weiß es nicht.

    1. Lieber Harald, klopf‘ dir erst einmal auf die Schulter, anstatt zu verzweifeln, denn du gehst bereits in die richtige Richtung! Jeder kleine Schritt ist wichtig. Super, dass du dich schon mit Netzen versorgt hast, um den Verpackungsmüll zu reduzieren. Dein Gefühl ist gut nachvollziehbar, denn damit bist du nicht alleine. Jedoch bist du mächtiger, als du denkst. Wie du vielleicht weißt, ist der Konsum von tierischen Produkten am stärksten gewichtet, was die Umweltbelastung angeht. Versuche doch zunächst, eine Mahlzeit am Tag komplett vegan zu essen, um so langsam für dich leckere Alternativen zu finden. Ohne Druck. Wir sind nicht vegan geworden, weil wir Milch und Fleisch nicht mochten – im Gegenteil. Wir haben es geliebt und auch täglich gegessen. Und die Umstellung war anfangs alles andere als leicht! Wir haben uns deswegen auch ganz schön in die Wolle gekriegt. Die Bilder von gequälten Tieren vor Augen, das Muhen und Quieken im Ohr, das Wissen, dass für mein Fleisch ein Mensch Hunger leiden muss und die Gülle, die unser Grundwasser belastet oder die hunderte Liter Wasser, die für einen Burgerpattie verschwendet werden – all diese Gedanken haben einen Kloß im Hals erzeugt, sodass es einfach irgendwann nicht mehr so lecker war. Die Gedanken waren irgendwann stärker als die Lust auf Käse, Fleisch oder Milch. Anfangs kann man sich hin und wieder gut mit Ersatzprodukten aushelfen; da gibt es ja mittlerweile echt super leckere Alternativen. Grundsätzlich strebt man aber ja eine gesunde Ernährung an. Sprich frisch kochen. Und bei den Lebensmitteln ist die Auswahl so riesig, dass ich ein Buch darüber schreiben könnte 🙂 Am Anfang war das für mich auch nicht vorstellbar. Und es ist natürlich unbequem, sich zu ändern. Das ist auch ganz normal, dass man sich lieber in der Komfortzone bewegt, anstatt einen neuen Weg zu gehen, den man nicht kennt, der einen auch verunsichert. Dennoch schlägst du mit der veganen Ernährung gleich drei Fliegen mit einer Klappe – natürlich nur sinngemäß 😉 1. Du rettest das Klima / 2. Du rettest Tier- und Menschenleben / 3. Du schützt deinen Körper vor Krankheiten. 🙂 Ich empfehle dir folgendes zu schauen: ‚Cowspiracy‘ (https://www.youtube.com/watch?v=pXeyTUVsRHQ) und ‚What the health‘ (https://www.bing.com/videos/search?q=what+the+health+deutsch+trailer&view=detail&mid=DF74CF44203340450099DF74CF44203340450099&FORM=VIRE) Vielleicht können dir diese Dokumentationen schon einige Fragen beantworten.

      Zu all deinen angesprochenen Themen werden wir in den nächsten Wochen und Monaten noch interessante Beiträge veröffentlichen und dir damit hoffentlich die eine oder andere Frage beantworten können. Mikroplastik ist auch ein großes Thema, auf welches wir noch näher eingehen werden. Also schau gerne immer wieder vorbei! 🙂 Toll, dass du uns gefunden hast und super, dass du dir bereits Gedanken machst! Deine Gedanken sind sehr wertvoll, also führe sie fort! Herzliche Grüße, Jana

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