Die Gier nach Tier

Jedes Käseblatt schreibt darüber, wie schlecht Fleisch für unsere Gesundheit und den Planeten ist. Sogar Fernsehzeitungen und kostenlose Magazine berichten über die Folgen des Konsums. Es ist nicht zu übersehen oder zu überlesen. Nahezu wöchentlich erscheinen Berichte im Fernsehen über Massentierhaltung. Undercover-Aufnahmen zeigen die zum Teil verwesten Leichnamen, die zwischen ihren Artgenossen liegen, die ohne Antibiotika nicht auskämen.

Bildquelle: TV-Zeitschrift Hörzu September 2019

Die Gier ist jedoch größer. ‚Es schmeckt mir aber‘‚Ich esse nur Bio-Fleisch‘‚Ich esse nur ganz selten Fleisch‘ ‚Der Mensch braucht Fleisch‘‚Ich könnte nicht ohne Fleisch‘ ‚Wir haben schon immer Fleisch gegessen‘. Solche Sätze lösen in mir nur Seufzen aus, denn sie bestätigen ausschließlich, dass sich mein Gegenüber nicht mal fünf Minuten damit auseinandergesetzt hat.

Dabei ist es doch unglaublich wichtig. Schließlich haben wir mit unserer Ernährung auch unsere Gesundheit in der Hand – oder wir überlassen sie eben dem Schicksal. Das freut natürlich Fleischlobby und Pharma-Industrie. Die Leben nämlich sehr gut von der Unwissenheit eines jeden Einzelnen und werden auch weiterhin alles dafür tun, damit sich daran nichts ändert.

Quelle: https://www.blitzrechner.de/presse/#infografiken

Trinkwasser wird verseucht, multiresistente Keime und hochgiftige Pflanzenschutzmittel landen auf unseren Esstischen, Regenwälder werden abgeholzt und täglich verschwindet eine Fläche, die so groß ist wie Köln – mit dieser Fläche verschwinden Tierarten, die bisher noch nicht einmal erforscht waren; für immer. Alles verursacht durch die Gier nach Tier auf dem Teller.

Wissenschaftler sagen seit vielen Jahren, wir müssen endlich aufhören Fleisch zu konsumieren und Tiere in Massen zu halten – doch stoßen sie dabei auf taube Ohren. Das liebe Geld ist den Politikern eben wichtiger, als Menschenleben oder gar den Planeten zu retten. Genau genommen müssen wir auch gar nicht die Welt retten – sondern uns selbst. Die Erde wird besser zurechtkommen, wenn wir Menschen sie nicht mehr bevölkern.

Was sagen wir unseren Kindern? ‚Heute grillen wir! Ist das nicht lecker, Egon? Du isst zwar gerade deine Zukunft, aber das ist mir egal. Ich bin dann eh nicht mehr da. Lass‘ es dir schmecken‘ ?!

Oder reichen die Artikel, mit denen wir täglich von der Presse bombardiert werden, gar nicht aus, um so weit zu denken? Ignorieren wir die unzähligen Fach-Bücher und Undercover-Aufnahmen? Brauchen wir Menschen, die uns an die Hand nehmen, weil wir selbst nicht in der Lage sind, zu recherchieren? Oder haben wir schlicht keine Lust, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass unser Lebensstil für den Tod unserer Nachkommen verantwortlich ist?

Fleisch ist in vielen Kulturen ein Symbol für Wohlstand, Macht oder Überleben. Aber es ist eben nur ein Symbol – mehr nicht. Wir essen unbewusst, emotional und von Traditionen bestimmt. Während in Norddeutschland das ‚Kohlessen‘ traditionell mit Grützwurst, Kasseler-Fleisch und Kohlwurst im Winter stattfindet, werden in Süddeutschland Hax’n gereicht. Gesund? Absolute Fehlanzeige. Aufgrund der hohen Verarbeitung, des extrem hohen Salz- und Fettgehalts von der WHO sogar als krebserregend eingestuft. Wir essen es trotzdem. Warum? Beim Essen machen 80% die Gewohnheiten aus.

Essen passiert also in erster Linie in unserem Kopf. Und genau da müssen wir ansetzten. Wir müssen verstehen, was Essen mit uns und unserer Umwelt macht.

Wenn das Essen von totem Gewebe also eine reine Gewohnheit ist, können wir diese Gewohnheit ändern. Wir können lernen, so zu essen, dass es für unsere Gesundheit besser ist, dass es für den Planeten, auf dem wir leben besser ist. Wir könnten durch eine Umstellung unserer Gewohnheiten Menschen, Tiere, unsere eigene Gesundheit, die Natur und unsere Nachfahren retten. So easy!

150 Milliarden Tiere werden jährlich auf der Welt durch den Menschen vernichtet. Das bedeutet: pro Sekunde werden weltweit 4756 Tiere getötet – 4756 pro Sekunde!

In Deutschland fallen pro Jahr durchschnittlich 750 Millionen Tiere dem Menschen zum Opfer und werden als Nahrungsmittel missbraucht.

Wenn diese Zahlen uns kalt lassen, was ist dann hiermit:

Quelle: https://www.blitzrechner.de/presse/#infografiken

Multiresistente Keime im Trinkwasser

‚Im Februar 2018 meldete der NDR Erschreckendes: Der Sender ließ stichprobenartig Wasser aus zwölf Flüssen und Seen in Niedersachsen analysieren. Sowohl Wissenschaftler als auch Journalisten vermuteten schlechte Ergebnisse, aber mit einem dermaßen niederschmetternden Fund rechneten sie nicht: Jede einzelne Probe war mit multiresistenten Keimen belastet. Resistente Keime sind neue Gefahren im alten Gewand. Durch den massiven Antibiotikaeinsatz passen sich immer mehr Bakterien an und werden gegen aktuelle Medikamente resistent: Behandlungen gegen die Krankheitserreger sind dann wirkungslos. Die WHO hat bereits gewarnt: „Wenn jetzt nicht schnell und koordiniert gehandelt wird, bewegt sich die Welt in eine postantibiotische Ära, in der gewöhnliche Infektionen und kleine Verletzungen, die für Jahrzehnte behandelbar waren, wieder tödlich sein können.‘ HIER mehr darüber.

Bakterien, die durch die Tierhaltung gegen Antibiotika resistent wurden, bedrohen Millionen Menschen. HIER mehr dazu.

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Fleischskandale

Immer wieder tauchten in den Medien Fleisch-Skandale unter den Stichworten Dioxin, Gammelfleisch, Schweinepest, Pferdefleisch in der Lasagne, Vogelgrippe, BSE oder Ehec auf. Schlachtabfälle wurden systematisch in Wurst verarbeitet. HIER ein paar Beispiele.

Fleisch gerät immer wieder negativ in die Schlagzeilen und der Ekel lässt sich kaum in Worte fassen. Dennoch essen die Deutschen durchschnittlich 60kg Fleisch im Jahr pro Person – das sind ca. 1,1kg Wurst- und Fleischwaren pro Woche. Empfohlen sind lt. der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) 300-600g. Damit hat sich der allgemeine Fleischkonsum in der Bundesrepublik im Vergleich zum Jahr 1850 vervierfacht. HIER mehr darüber.

Quelle: https://www.blitzrechner.de/presse/#infografiken

Neue Flüchtlinge kommen zu uns: Wüstenbildung durch Fleischproduktion

Die wachsende Produktion von Fleisch und Milch hat fatale Folgen. Sie kollidiert mit der Bekämpfung von Hunger und Armut. Und sie erschwert Klima- und Artenschutz. Für kein anderes Konsumgut der Welt wird so viel Land benötigt wie für die Herstellung von Fleisch und Milch. Obwohl nur 17 Prozent des Kalorienbedarfs der Menschheit von Tieren stammt, benötigen sie 77 Prozent des globalen Agrarlands. Feuer im Regenwald? Ja – für noch mehr Fläche, noch mehr Tiere und den Soja-Anbau. Mit jedem Stück Fleisch auf unseren Tellern verschwindet ein Stück Regenwald. Hungertod in Afrika? Ja – weil das hier angebaute Getreide nicht ausreicht und für unsere Tiere aus armen Ländern importiert wird, während kleine Kinder dort in den Armen ihrer Mütter verhungern.

Bildquelle: Öko-Test Magazin Oktober 2019

Und beiläufig: Über die fatalen Auswirkungen auf unser Klima (siehe oben im Bild: ‚Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht laut Umweltbundesamt bis zu 28 Kilo Treibhausgase, ein Kilo Obst oder Gemüse weniger als ein Kilo‘.) müsste ich einen separaten Text schreiben, denn das Thema ist riesig.

Nun stellt sich die Frage: muss erst der ‚Super-Gau‘ eintreten, damit sich etwas ändert? Muss erst ein Todesfall durch multiresistente Keime oder Darmkrebs in der Familie passieren, bevor wir handeln? Oder erfinden wir dann auch noch Ausreden, um weiterhin nicht auf Fleisch verzichten zu müssen? Lieben wir das Risiko so sehr, dass wir bereit sind, unser Leben dafür zu opfern? Was denkst du?

Übrigens: Wenn du Interesse hast, dich weiterzubilden und was für dein Leben zu lernen, schau mal hier.

Bitte folgt uns und gebt uns einen Daumen hoch - Danke! 🙂

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