Sind vegane Kinder mangelernährt?

Das Thema Ernährung ist so komplex und umfangreich und dennoch werden wir Eltern damit allein gelassen. Im Kindergarten oder in der Schule bekommen wir Zettel, auf denen steht, was unter einer gesunden Ernährung zu verstehen ist. Da sind Milchschnitte, Obst-‚Quetschies‘, Fruchtzwerge und Co. durchgestrichen, weil sie voller Industriezucker sind, jedoch wird ein Wurstbrot als gesund angegeben, obwohl lt. WHO (World Health Organisation) schon seit 2015 verarbeitetes Fleisch wie Salami, Schinken, Wurst, Kasseler, usw. als karzinogen – also krebserregend – eingestuft wird; auf einer Stufe mit Tabak und Asbest. Und die magere Schinkenwurst, die zum Beispiel Darmkrebs auslösen kann, sollen wir dann guten Gewissens unseren Kindern geben?!

Von der WHO als krebserregend eingestuft: u.a. Wurst

Klar, die Menge macht das Gift. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt maximal 300-600g Fleisch pro Woche. Wir Deutschen essen im Schnitt das Doppelte und merken es nicht einmal. Zum Frühstück ein Wurstbrot; zum Mittag das Gulasch oder der Hackbraten und zum Abendessen gibt’s noch ein Rührei mit Schinken.  Eine Wochenration an Fleischprodukten haben wir oft bereits nach 1-2 Tagen gegessen und leben es unseren Kindern vor.

Aktuell beschäftigt viele der ‚Wurst-Skandal‘, der bereits Todesopfer forderte. Auffällig ist, dass oft tierische Produkte aus dem Handel zurückgerufen werden.

Ebenso ist es mit Milch und Milchprodukten. Bei Milch denken wir sofort an Kalzium. Kalzium benötigen wir für starke Knochen. Ist es tatsächlich so einfach? Können wir unseren Kindern viel Milch, Joghurt und Käse geben und sie somit zu starken Kindern machen? Studien haben ergeben, dass durch den Konsum von vielen tierischen Produkten im Körper eine Übersäuerung stattfindet. Um die Säuren zu neutralisieren, braucht der Körper Mineralstoffe, die er aus Knochen und Zähnen zieht.

Wir Deutschen haben europaweit den höchsten Milchverbrauch. Die Kühe werden wie Maschinen behandelt. Erneut macht ein Rückruf von bakteriell belasteter Milch die Runde. Wen wundert’s?

Was ist Milch überhaupt? Lt. Wikipedia heißt es: ‚Milch ist eine weiße, trübe Emulsion bzw. kolloidale Dispersion von Proteinen, Milchzucker und Milchfett in Wasser. Der Mensch nutzt die Milch vieler domestizierter Tiere als Nahrungsmittel, insbesondere als Getränk. Gebildet wird sie in den Milchdrüsen von Säugetieren, die damit ihre Neugeborenen nähren. Laut Milchverordnung ist Milch bzw. Rohmilch das durch einmaliges oder mehrmaliges tägliches Melken gewonnene Eutersekret von zur Milchgewinnung gehaltenen Kühen.

Milch ist ein Sekret von Säugetieren, womit diese ihre Neugeborenen nähren. Sind wir also Kälber? Brauchen wir und unsere Kinder nach dem Abstillen tatsächlich die Muttermilch einer anderen Spezies?

Kuhmilch wird immer unbeliebter: Jahrzehntelang wurde Kuhmilch aufgrund von Fehlinformationen und des cleveren Marketings der Milchindustrie für eine wichtige Kalziumquelle und einen essentiellen Bestandteil der menschlichen Ernährung gehalten. Mittlerweile steht fest: bei der “gesunden Milch” handelt sich um einen modernen Mythos. “Immer mehr Ernährungsexpert*innen betätigen nicht nur, dass Kuhmilch keine positiven Auswirkungen auf Knochendichte und -wachstum von Menschen hat, sie warnen sogar vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Konsums von Milchprodukten, da diese entzündungsfördernd wirken und somit den Ausbruch verschiedenster Krankheiten begünstigen.Hier ein Bericht dazu.

Homogenisierte und pasteurisierte Muttermilch einer artfremden Spezies. Und das soll natürlich und gesund sein?

Doch wir sind mit Milch und Fleisch großgeworden. Wir kennen es nicht anders und ernähren unsere Kinder genauso. Die ‚gute alte Hausmannskost‘ ist zwar lecker, jedoch alles andere als gesund. Zu viel Fett, zu viel Zucker, zu viel Weißmehl und viel zu hoch verarbeitet. Wer möchte, dass seine Kinder gesund aufwachsen und sie vor Krankheiten, die oft erst Jahrzehnte später auftauchen können, schützen möchte, muss sich zwangsläufig mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen.

Und dann wird’s spannend! Fängt man erst einmal an, sich zu informieren, was da so auf dem Teller landet und wie es dorthin gekommen ist, wird einem schnell klar, dass die heutige Ernährungsweise, die uns jahrzehntelang als ‚gesund‘ aufgetischt wurde, viele Menschen krank macht.

Dennoch lässt sie Deutschlands Kassen klingeln. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die reine pflanzliche Ernährungsweise hier nicht propagiert wird. Der Veganismus ist ein Mix aus Informationsmangel und verdrehten Fakten. Die lange gehegte Annahme, pflanzliches Protein sei von geringerer Qualität, gilt als wissenschaftlich völlig entkräftet und das Gegenteil als bewiesen.

Das belegt auch Niko Rittenau. Der studierte Ernährungsberater hat alle weltweiten Studien zum Thema Pflanzliche Ernährung in einem über 400 Seiten dicken Buch zusammengefasst. Vegan-Klischee ade! bietet wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung.

Der oft verwendete Begriff für eine gesunde Ernährung ist ‚Clean Eating’- also sauberes/reines Essen. Je reiner/unverarbeiteter das Essen ist, desto gesünder ist es. Es gilt dabei vor allem darum, industriell verarbeitete Lebensmittel zu meiden, Vollwertprodukte zu essen und frisch zu kochen.

Möglichst frisch, saisonal und regional und möglichst wenig verarbeitet, um die gesunden und wichtigen Nährstoffe zu erhalten

Hummus zum Beispiel ist super gesund (Protein, Eisen, Zink, Selen, Kalzium, Vitamin C), jedoch ist der, den es im Supermarkt zu kaufen gibt, mit etlichen Zusatzstoffen, sogar mit Zucker versehen und geschmacklich überhaupt nicht vergleichbar mit selbst gemachtem Hummus. In weniger als 5 Minuten ist ein selbst gemachter Hummus fertig und versorgt mit wichtigen Nährstoffen. Auch für Kinder ideal als Brotaufstrich oder Dip für rohes Gemüse ideal.

Vegane Kinder

Viele denken als erstes an eine Mangelernährung. Vegan = Mangel. Warum? Weil es die Medien so publizieren und wir den Artikeln Glauben schenken.

Wegen veganer Ernährung: Eltern nach Tod von Baby schuldig gesprochen‘ heißt es in der Überschrift eines Artikels. Und schnell wird klar: die Eltern waren schlecht informiert und haben ihrem Kind wichtige Nährstoffe vorenthalten. Grausam.

Da kommt ein kleines Kind ins Krankenhaus, weil es stark mangelernährt ist und schlimmstenfalls irreparable Schäden davonträgt oder sogar stirbt. Eine Katastrophe, denn wir haben hier so viele Möglichkeiten und sind mit Lebensmitteln so gut versorgt, dass eigentlich gar kein Mangel auftreten kann. Es sei denn, wir als Eltern legen keinen Wert darauf, uns mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzten. Ja, es ist komplex. Ja, es macht anfangs sehr viel Mühe. Aber wir lernen schließlich für’s Leben. Und was könnte wichtiger sein, als die Gesundheit? Wir haben es größtenteils in der Hand. Mit unserer Ernährung können wir unsere Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen. Unser Körper ist stark. Wenn er jedoch mit ungesunden Lebensmitteln gefüttert wird, wird er schwach und anfällig für Krankheiten. Kritische Nährstoffe wie B12 (von Darm-Bakterien produziert) müssen supplementiert werden, da wir heute so hygienisch leben und nicht mehr genug B12 durch ungewaschene Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser wie vor 100 Jahren aufnehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein Kind oder Erwachsener ist. Zudem sollten Kinder immer – egal, wie sie ernährt werden – regelmäßig und vorsorglich vom Arzt durchgecheckt werden! Wir lassen die Blutwerte unserer Kinder jedes Jahr einmal testen, um sicher zu sein, dass sie nährstofftechnisch optimal versorgt sind.

Blutwerte?

Das hat mich zu Fleischesser-Zeiten nie wirklich interessiert. So kam es, dass ich selbst trotz viel Fleisch, Milch und Käse mehrere Male jeweils über einen Monat hinweg täglich Eisentabletten supplementieren musste, weil meine Werte so im Keller waren.       

Heute weiß ich, was auf den Tisch kommen muss. Ich habe mich mit Nahrungsmitteln auseinandergesetzt. Kürbiskerne zum Beispiel sind voller Proteine und reich an Eisen, Leinsamen reich an Omega-3, Sesam liefert wertvolles Kalzium und Zink, Paranüsse enthalten Selen und Jod lässt sich gut mit Algen-angereichertem Bio-Salz beim Kochen unterbringen.

In der veganen Ernährung geht es vor allem um eine vollwertige, gesunde Ernährung aus Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst, Nüssen und Samen.

Auf eine gesunde und vollwertige Ernährung umzusteigen, ist leichter, als man vielleicht annimmt. Zunächst kann man von hellen Weißmehl-Nudeln auf Vollkornnudeln umsteigen. Auch beim Mehl gilt es darauf zu achten: je höher die Zahl, desto weniger verarbeitet und desto höher der Nährstoffgehalt. So ist ein Vollkornmehl dem Mehl Typ 1050 immer vorzuziehen oder das Mehl Typ 630 dem Typ 405 vorzuziehen.

Pommes sind ja auch vegan!

Das stimmt. Dennoch es ist ein verarbeitetes Lebensmittel und hat nichts mit einer vollwertigen veganen (Kinder-)Ernährung zu tun. Kinder lieben Pommes und auch bei uns dürfen sie nicht fehlen. Jedoch gibt es zu den Kartoffelstäbchen statt der Currywurst bei uns zum Beispiel Möhren- und Paprika-Sticks und einen leckeren Dip wie Hummus. Die Kinder müssen nicht auf ihr ‚Junkfood‘ verzichten, jedoch sollte es immer etwas Gesundes dazu geben.  

Warum überhaupt vegan?         

Obwohl ich vom Hof komme und das Leid der Tiere kannte, hat es mich nie berührt. Bis eben zu diesem einen Tag, an dem ich ein Video sah, in dem Kühe so brutal misshandelt wurden, dass ich weinen musste. Am nächsten Tag aß ich zwar noch Käse und trank die Milch im Kaffee. Ich aß auch noch Fleisch; jedoch mit einem Kloß im Hals. Nach ein paar Wochen jedoch bekam ich keine tierischen Produkte mehr herunter. Auch das geliebte Rührei sorgte für ein Ekelgefühl. Ich hatte mich ausgiebig informiert, sowohl über Podcasts als auch über Internetseiten. Und die Informationen übertrafen alles, was ich mir vorstellen konnte. Ich dachte, ich sei als Bauernhofkind gut informiert. Aber auch ich bin in einer Scheinwelt aufgewachsen.

Es folgten viele Fragen. Warum lehre ich meine Kinder, Tieren mit Respekt zu begegnen und lege ihnen Bärchenwurst auf’s Brot? Warum entscheide ich, welches Tier gestreichelt wird und welches erbärmlich gehalten, ausgenutzt und danach getötet wird?

So kam es, dass ich mich aus ethischen Gründen mit der veganen Ernährung auseinandergesetzt habe und schnell feststellte, dass es sowohl ökologisch als auch gesundheitlich das Beste ist, was Mensch tun kann.

Nachteile einer veganen Ernährung:

  • Gerade am Anfang sehr zeitintensiv, da es notwendig ist, sich mit Nahrungsmitteln und Nährstoffen auseinanderzusetzten
  • Auf Disziplin und grundlegende Kenntnisse, was der Körper braucht, kommt es an
  • Auf die Zufuhr von Vitamin B12 müssen Veganer besonders achten. Der Handel bietet dafür spezielle Rohkostpräparate (keine synthetischen Vitamine) an. Auch Zahnpasta, Cornflakes oder Pflanzendrinks werden teilweise mit Vitamin B12 angereichert.
  • Unterwegs und auswärts essen wird anfangs zur Herausforderung. Angefangen vom Schweineschmalz im Brötchenteig über zerquetsche Läuse als Färbemittel in Süßigkeiten bis zum tierisch geklärten Apfelsaft

Vorteile einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung:

  • Keine gentechnisch veränderten Lebensmittel (lt. EU-Verordnung müssen alle Lebensmittel für den direkten menschlichen Verzehr deutlich gekennzeichnet sein, wenn sie gentechnisch verändert wurden. Es gibt jedoch keine Kennzeichnungspflicht für Tierfutter)
  •  Prävention, denn Veganer haben ein deutlich geringeres Risiko für zahlreiche Krankheiten wie zum Beispiel: Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen
  • Veganer nehmen keine Angst- und Stresshormone auf, die Tiere in der Massentierhaltung ausschütten
  • Bewusst lebende Veganer sind in der Regel besser und kalorienärmer ernährt und in besserem körperlichem, seelischem und geistigem Zustand als Omnivore
  • Umweltschutz: Pflanzliche Kost verursacht u. a. weniger Emissionen und verbraucht weniger Wasser, weniger Land und kein Antibiotika
  • Ethik: Veganer möchten nicht mitverantwortlich für das Töten und die schlechte Haltung von Tieren sein

Eine vegane Kinderernährung ist möglich und bietet allerhand Vorteile – vorausgesetzt die Eltern achten auf eine gute Nährstoffversorgung beim Kind und lassen die Werte auch regelmäßig prüfen!  

Fachbücher mit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Unmengen an Ideen für die optimale Versorgung sowie leckeren Rezepten helfen, sich im Nährstoffdschungel gut zurecht zu finden. Wir empfehlen von Herzen nachfolgende Fachbücher, die wir selbst auch haben. Sie basieren auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und sind die besten Begleiter auf dem Weg der gesunden, pflanzenbasierten Ernährung.

  • Niko Rittenau: Vegan-Klischee ade!* Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung
Kinder sind das Abbild ihrer Eltern. Zeigen wir ihnen eine gesunde Ernährungsweise, machen sie es automatisch nach

Unsere Tipps, um dich ab heute gesünder zu ernähren:

  1. Prüfe die Angaben auf den Verpackungen der bereits gekauften Produkte. Mache dich mit den Inhalts-Angaben vertraut. Was ist da überhaupt drin? Was bedeuten die E-Nummern? Ist es gesund?
  2. Mach dich schlau: welche Nährstoffe braucht der Mensch und worin sind sie enthalten?
  3. Welche Vor- und Nachteile haben tierische Produkte?
  4. Kaufe dir ein Fachbuch, welches dir tolle Inspirationen für eine gesunde Ernährung bietet

Bleib‘ gesund!

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