Gestatten, ich bin DEIN Produkt

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Heute soll es um das Produkt an sich gehen.

Was für Produktarten gibt es eigentlich, die uns einen gewissen Wert vermitteln, für den wir bereit sind im Tausch unser Geld herzugeben? – Natürlich nur dann, wenn wir aktuell auch einen Bedarf für solche Produkte haben. 

Wo kein Bedarf vorhanden ist, ist die Wertigkeit von Produkten völlig egal. 

Zum Beispiel habe ich vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen, kein Fleisch mehr zu essen. Dadurch kann man mich über Werbung nicht mehr erreichen. Auch nicht mit suggerierter Top-Qualität des besten Produktes aus Freiland- oder Biohaltung oder mit anderen Argumenten. Hier bekommt man meine Aufmerksamkeit nicht mehr.

Gleiches gilt für Spielzeuge oder andere Artikel für Babys. Diese Phase habe ich bereits durchgemacht und nun schafft es keine Werbung mehr, mich für den Kauf solcher Artikel zu begeistern. 

Mehr zum Thema Bedarf / Bedürfnisse hatte ich im letzten Artikel. 
(Du hast den letzten Beitrag nicht gelesen? Klick hier!)

Ist grundsätzlich ein Bedarf vorhanden, kann mir über die Wertigkeit eines Produktes (direkt oder indirekt) ein Preisgefühl vermittelt werden. 

Ist es zu teuer oder gar zu billig?

Genau an dieser Stelle wird es kritisch für uns Konsumenten, denn in den seltensten Fällen – zumindest im Onlinegeschäft – haben wir eine Ahnung über die Wertigkeit von Produkten. Oft ist es nur der wahrgenommene Wert eines Produktes. Im Englischen spricht man vom „Perceived Value“. Über diese Art des Wertes werde ich in einem weiteren Beitrag mehr erzählen. Die wenigsten Menschen wissen nämlich, dass es genau dieser Wert ist, der uns in unseren Entscheidungsprozessen am meisten beeinflusst.

Jetzt will ich aber zunächst zu den Produktformen kommen, also die Arten von Produkten, die uns im Alltag begegnen.

Wie bereits zuvor übernehme ich hier einen Ansatz aus dem Buch „The Personal MBA“.*

Im Buch wird von Formen eines wirtschaftlichen Wertes gesprochen, da ein Produkt in der Geschäftswelt genau das nur ist. Doch welche Möglichkeiten gibt es nun?

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Der wirtschaftliche Wert nimmt für gewöhnlich eine von zwölf Standardformen an:

  1. Das materielle Objekt
    Erschaffe ein materielles Objekt gewinnbringend und verkaufe es, zum Beispiel ein Telefon, ein Auto, ein Buch ein Fernseher und so weiter…
  2. Die Dienstleistung 
    Biete eine Hilfe an und verlange eine Gebühr für die erbrachte Leistung, ganz gleich ob nach Stunden oder pauschal. Es kann Unterrichtshilfe für Kinder sein, eine handwerkliche Tätigkeit oder vieles mehr.
  3. Die geteilte Ressource
    Schaffe ein dauerhaftes Gut, das von vielen Menschen genutzt werden kann, und verlange dann eine Gebühr für den Zugang. Ein Fitnessstudio oder ein Indoor-Kinderspielplatz zum Beispiel. 
  4. Das Abonnement
    Biete eine Leistung auf fortlaufender Basis an und erhebe eine wiederkehrende Gebühr. Bei dem Wort fällt mir sofort ein Zeitschriftenabonnement ein, auch wenn jüngere Generationen vielleicht eher an Netflix oder Amazon Music denken werden.  
  5. Der Wiederverkauf 
    Erwerbe einen Vermögenswert von einem Großhändler und verkaufe diesen Vermögenswert dann zu einem höheren Preis an einen Einzelhandelskäufer. Einfach gesagt: „Kaufen und verkaufen“, aber nicht unbedingt mit dem Flohmarkt verwechseln. Selten läuft es dort wirklich gewinnbringend ab. 
  6. Das Vermieten
    Erwerbe einen Vermögenswert und erlaube dann einer anderen Person, diesen zu benutzen. Die Benutzung gilt für eine vordefinierte Zeitspanne und gegen eine Gebühr. Das kann die Mietwohnung sein oder ein Mietwagen. Genauso so gut kann es auch ein Werkzeug, ein Film (früher: Videothek; heute: Streaming-Dienst), ein Faschingskostüm und vieles mehr sein. 
  7. Die Agentur 
    Vermarkte und verkaufe einen Vermögenswert oder eine Dienstleistung, die Du nicht besitzt, im Namen einer dritten Partei. Kassiere dann im Anschluss einen Prozentsatz des Transaktionspreises als Gebühr. Hier wird es interessant, da die Agentur nichts selber erzeugt oder produziert. Sie bietet also keinen direkten Wert für den Interessenten. Dafür kennt die Agentur aber einzelne Personen oder Firmen, die in Summe genau das erfüllen, was der Interessent möchte. Man denkt hier zum Beispiel an einen Verlag, an eine Werbeagentur oder an Immobilienmakler.   
  8. Die Zielgruppenaggregation
    Gewinne die Aufmerksamkeit einer Gruppe von Personen mit bestimmten Merkmalen. Verkaufe dann den Zugang zu dieser Gruppe an ein anderes Unternehmen, das dieses Publikum erreichen möchte. 
    Auch das Produkt Facebook kann hier einsortiert werden. Es bietet die Möglichkeit, die Werbung gezielt auf bestimmte Personengruppen zu schalten, um für diesen Service Geld zu bekommen.  
  9. Der Kredit
    Verleihe einen bestimmten Geldbetrag. Kassiere dafür, über einen vordefinierten Zeitraum, Zahlungen in Höhe des ursprünglichen Darlehens zuzüglich eines vordefinierten Zinssatzes. Hier muss ich wohl nichts weiter zu sagen.
  10. Die Option
    Biete die Möglichkeit, eine vordefinierte Aktion für einen festgelegten Zeitraum gegen eine Gebühr durchzuführen. Ehrlich gestanden bin ich hier raus, da ich mit Optionen -so wie ich sie verstehe- wenig Berührungspunkte hatte. Was Wikipedia sagt findest Du hier  
  11. Die Versicherung
    Übernehme das Risiko, dass einem Versicherungsnehmer eine bestimmte schlimme Sache passiert. Verlange dafür eine vordefinierte Reihe von Zahlungen. Zahle Ansprüche nur dann aus, wenn die bestimmte schlimme Sache auch tatsächlich passiert ist. Wir alle kommen mit Versicherungen in Berührungen. Das Produkt sollte uns also bekannt sein. 
  12. Das Kapital 
    Kaufe eine Eigentumsbeteiligung an einem Unternehmen. Kassiere dann einen entsprechenden Teil des Gewinns als einmalige Auszahlung oder laufende Dividende.

Das war es auch schon. Vermutlich bist auch Du schon mit den meisten Formen in Berührung gekommen.  

Jetzt wirst Du vielleicht der Meinung sein, dass einige der Erklärungsbeispiele auch zu weiteren Standardformen passen. 

Das ist absolut richtig.

Oft werden die Formen moduliert und gebündelt. Sie werden wie ein Bausteinkasten gehandhabt, so dass viele Produkte eher eine Vielfalt oder einem Mix von Standardformen entsprechen. Es geht auch beides zugleich. 

Du willst mehr Details zu den einzelnen Formen?

Dann schau gerne mal bei Josh Kaufman auf der Webseite vorbei, oder bestelle direkt das Buch.*

Wenn du dich ernsthaft für die Geschäftswelt interessierst, solltest Du an dieser Lektüre nicht vorbeigehen. Eine weitere Voraussetzung hierbei ist, dass Du gerne mal ein englisches Buch schmökerst. Es eignet sich auch sehr gut als Nachschlagewerk zum Thema „Business“.

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