Was ist „Wert“ – und wenn ja wie viel?

Treffen wir freie Kaufentscheidungen?

Im letzten Beitrag habe ich Dir 12 Standardformen eines Produktes gezeigt. (Du hast den letzten Beitrag nicht gelesen? Klick hier!)

Viele Produkte sind heute eher in Mischformen als in reinen Standardformen vorzufinden. Dennoch finde ich es spannend, wenn ich mittlerweile erkenne, wie systematisch die Geschäftswelt uns mit Produkten und dessen Bewerbung begegnet. Es braucht nicht wirklich viele Bücher, um diese Welt mit anderen Augen zu sehen. 

Das ist jedoch lediglich der Anfang, denn es wird immer raffinierter um unsere Aufmerksamkeit gebuhlt. Auch ich erwische mich noch heute dabei, Dinge zu kaufen, die eigentlich nicht auf meiner Liste standen. Ich lasse mich somit auch noch gerne bei meinen Kaufentscheidungen beeinflussen.

Wenn Du glaubst, dass Du nicht beeinflussbar bist, dann hast Du dich vermutlich schon Jahre mit dem Thema beschäftigt, hart trainiert und einen Weg für Dich gefunden. Ein Weg wäre zum Beispiel weder Computer oder Tablet, noch Smartphone oder Fernseher zu besitzen. Aber dann würdest Du meinen Beitrag jetzt nicht lesen. 

Welche Werbe-Bilder laufen in Deinem Kopf?

Vielleicht bist Du eine Person von festen Prinzipien, hast selbstauferlegte strenge Verhaltensregeln und selber eine ungebrochene Disziplin. Respekt! Da arbeite ich noch dran.

Oder Du hast dich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt. In diesem Fall ist es tatsächlich so, dass Du zwar fest davon überzeugt bist, all deine Kaufentscheidungen sehr bewusst und selbst treffen zu können, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit irrst Du dich (Sorry).   

Wo ich gerade von Kaufentscheidungen spreche, so ist dies genau der richtige Zeitpunkt für einen kleinen Schwenk zu „Wertigkeit von Produkten“. Später komme ich gerne nochmal zum Thema Kaufentscheidung und Beeinflussung zurück, aber hier müssen wir zuerst durch.  

 

Wie kann der Wert eines Produktes überhaupt festgestellt werden?

Wertigkeit eines Produktes

Da gibt es die Wertigkeit eines Produktes – basierend auf den Herstellungsprozess und die Qualität der Materialien. Die Ermittlung der Werte erinnern hier zum Teil auch an wissenschaftlich orientierte Herangehensweisen. Das trifft vor allem dann zu, wenn es sich um ein physisches Produkt handelt. Man kennt die eingesetzten Materialien oder Materialkombinationen. 

Ein erfahrener Experte im jeweiligen Gebiet kennt Vor- und Nachteile der Herstellungs-Prozesse. Es gibt Test- und Prüfstände mit entsprechenden Ergebnissen. Bestenfalls gibt es sogar langjährige Erfahrungen auf die zurückgegriffen werden kann. Natürlich gibt es auch für nicht physische Produkte messbare Methoden zur Qualitätsbewertung. Aber ich denke, Dir ist klar, was hier gemeint ist.  

Es gibt aber auch rein persönlich zuzuordnende Produktwerte. 

Zu diesem Thema möchte ich, Du erahnst es schon, einen kleinen Auszug beziehungsweise einen Ansatz aus The Personal MBA vorstellen:

Wir alle haben zu einem bestimmten Zeitpunkt leicht unterschiedliche Werte, aber es gibt ein paar gemeinsame Muster, die auftreten, wenn wir einen potenziellen Kauf bewerten. Wenn Du zum Beispiel ein Angebot ansprechend findest, so gibt es neun gemeinsame wirtschaftliche Werte, die Du in der Regel bei der Bewertung eines potenziellen Kaufs berücksichtigst. Das gilt natürlich für uns alle. 

Das sind die 9 wirtschaftlichen Werte:

  1. Wirksamkeit – Wie gut funktioniert es? 
  2. Geschwindigkeit – Wie schnell funktioniert es? 
  3. Zuverlässigkeit – Kann ich mich darauf verlassen, dass es tut, was ich will? 
  4. Benutzerfreundlichkeit – Wie viel Aufwand erfordert es? 
  5. Flexibilität – Wie viele Dinge kann es tun? 
  6. Status – Wie wirkt sich das auf die Art und Weise aus, wie andere mich wahrnehmen? 
  7. Ästhetische Attraktivität – Wie attraktiv oder anderweitig ästhetisch ansprechend ist sie? 
  8. Emotion – Wie fühle ich mich dabei? 
  9. Kosten – Wie viel muss ich dafür ausgeben?

Zu den genannten neun Werten haben wir alle ein unterschiedliches Bewertungsempfinden. Eine solche individuelle Bewertung kann ganz schnell und unbewusst ablaufen, es kann aber auch bewusst, aktiv und über einen langen Zeitraum passieren. Da prüft man gerne mal die Parameter einzeln ab und vergleicht sie mit anderen Produkten. 

Kennst Du das auch? Tagelang kann die Suche im Internet dauern. Erstmal möchte ich selbst zum „Experten“ werden. Also informiere ich mich intensiv und ausgiebig. Dann wird mit Alternativprodukten verglichen und als Dessert gibt es noch ein paar Referenzen und Käuferkritiken. Kurz gesagt – kann aber Tage oder Wochen dauern. Bei mir persönlich war es vor allem von der Kaufsumme abhängig.

Die ganz andere – für mich durchaus angenehmere – Variante war: gesehen und gekauft. Kurz und schmerzlos. Heute jedoch spielen bei mir weitere Faktoren eine ganz wichtige Rolle für eine Kaufentscheidung, sodass die Impulskäufe stark zurückgegangen sind. 

Die Kaufentscheidung

Jetzt will ich nochmal auf das Thema Kaufentscheidungen zurückkommen. Sicherlich kennst Du auch das eine oder andere Produkt in deinem Haushalt, welches zu Deinen Lieblingen zählt. 

Jetzt mal ganz ehrlich und unter uns: Kannst Du mir bei Deinen Lieblingsprodukten anhand der obigen 9 Punkte Liste im Detail erläutern, wie herausragend dein Liebling im Vergleich zu anderen Alternativprodukten steht? 

Schauen wir uns die Liste oben nochmal ganz genau an. Denk bitte mal an ein Produkt, welches für Dich eher praktisch, besonders nützlich oder bequem ist. Zum Beispiel dein Hochleistungsmixer, dein Akkuschrauber oder dein Smartphone. Vermutlich kannst Du es besonders von Punkt 1 bis Punkt 5 beschreiben und bewerten.

Zum Vergleich nimm jetzt mal Dein Lieblingsprodukt. Vermutlich wirst Du nun Schwierigkeiten mit den Punkten 1 bis 5 haben; zumindest damit, mir die Vorteile sofort ohne nachzudenken zu erklären. Mit den Punkten 6 bis 8 hättest Du es bestimmt einfacher, oder? 

Gedanken oder Aussagen wie: „Fühlt sich cooler oder genialer an.“, „Sieht total sexy aus.“, „Ich mag es eben einfach, es ist mein Lieblingsprodukt.“ , „Fühlt sich gut an; ist super angenehm.“ oder „Ist einfach besser, basta!“.

Ein Beispiel? „Converse“- Schuhe. Das Original, versteht sich! Da bezahlst Du nicht für hochwertige Materialien und der Schuh bietet zumindest anhand der eingesetzten Materialien deutlich weniger Komfort und Features, als andere. Das IPhone ist hier ebenfalls der Klassiker, wenn es um solche Themen geht. Insbesondere bei Smartphones kennt vielleicht jeder die Diskussionen um das bessere Handy. 

Hier sind wir wieder, beim „Perceived Value“. Diesen Begriff erwähnte ich bereits im vorigen Artikel. Darauf will ich etwas mehr eingehen – aber erst im nächsten Blogbeitrag 🙂

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Wenn du dich ernsthaft für die Geschäftswelt interessierst, solltest Du an dieser Lektüre nicht vorbeigehen. Eine weitere Voraussetzung hierbei ist, dass Du gerne mal ein englisches Buch schmökerst. Es eignet sich auch sehr gut als Nachschlagewerk zum Thema „Business“.

Lieber mehr zum Thema Kaufentscheidungen. Warum laufen einige Produkte gut und andere nicht? Englische Lektüre kein Problem? Dann schaue Dir gerne auch das Buch „Trade-off“ von Kevin Maney an, oder bestelle es direkt über diesen Link zum Buch.

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(Alle verwendeten Fotos: Pixabay)

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