Welt retten? Ganz einfach:

Einführung

Welt retten: gewusst wie!

Was erwartet Dich hier?
Kurz gefasst: Ein Experiment

Die Vertrauensfabrik dient unter anderem als Diskussionsforum für Themen zu Mensch, Umwelt (Natur) und Arbeit. Doch soll hier nicht einfach stumpf diskutiert und geschrieben werden. Wir haben ein konkretes Ziel vor Augen.

Unser Ziel:
Wir wollen Millionen von Menschen erreichen, inspirieren und ein Bewusstsein für nachhaltiges Handeln schaffen. Und zwar hauptsächlich jene Menschen, die noch nicht so aktiv dabei sind.

Es geht hier also um:

  • Aufmerksamkeit erregen
  • Bewusstsein schaffen
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Orientierung geben
  • Vertrauen schaffen
  • Gemeinschaftliches Handeln

Interviews

Der Blick hinter die Kulissen

Kian und Neah wollen’s wissen!

Es ist unsere Zukunft! Die Zukunft, die auch du für uns gestaltest. Also fragen wir besser heute schon einmal nach, was du dafür tust!

Das Video ist eine Rarität:

Unser allererstes Interview überhaupt:

Peter Hübner (Tierrechtsaktivist und Mitglied bei „Animals United“) war der erste Interview-Gast überhaupt in unserer Daseinsgeschichte. Und hier soll dieses Interview auch bleiben. Warum? Für uns als Erinnerung an einen Menschen, der sein Licht wirklich gewechselt hat und uns mit seiner Geschichte sehr beeindruckt hat.

Danke, Peter, für Dein Engagement und Deine Unterstützung!


Unsere Projekte

Unsere erste Mission, unser erstes Experiment.

Nur mal angenommen, unsere Welt sei tatsächlich in Gefahr und es scheint ein fast aussichtsloses Unterfangen die Menschheit und ihren Lebensraum vor den Bösen zu retten. Wäre die Realität von Superhelden dann nicht cool?

Wir lassen wieder von uns hören, wenn es weitergeht.

Über uns

Willkommen in unserer Vertrauensfabrik!

Wer sind wir nun?

Wir sind eine ganz normale (und manchmal auch chaotische) junge vierköpfige Familie aus dem Bremer Umland. Jens‘ Idee der ‚Vertrauensfabrik‘ entstand etwa im Jahr 2013 – damals jedoch mit einem ganz anderen Hintergedanken. Ursprünglich sollte es nur um das Vertrauen innerhalb von und mit Firmen gehen. Unter dem Namen ‚Vertrauensfabrik‘ verstand Jana eher ‚welcher Fabrik/welchen Produkten kann ich als Konsument vetrauen?‘. Es kamen also viele Fragen, Gedanken und Interessen hinzu, sodass die Vertrauensfabrik 2018 ein Familienprojekt geworden ist – mit vielen unterschiedlichen Themen. Eben alles, was uns wichtig erscheint. Die Zukunft unserer Kinder liegt in unseren Händen. Wem können unsere Kinder vertrauen? Das wollen wir herausfinden – für uns und auch für dich 🙂

Jens und Jana mit Kian und Neah

Jens

…erzählt gleich noch was Schlaues über sich. Musst einfach nur sein Bild anklicken.

Jana

Ein Kind der 80er. (Ja, sie mag auch die Musik 😊). Mehr gibt es aber nur nach einem Klick auf ihr Foto.

Unser Senf - aktuellste Blogbeiträge

Unser täglich Plastik…guten Appetit!

Im November 2018 hat das Magazin Ökotest einen erschreckenden Bericht zum Thema Mikroplastik rausgebracht. Und nachdem in den Medien immer wieder das Problem Mikroplastik angesprochen wurde, musste ich einfach mehr darüber wissen.

Wir haben seit 2018 einen Sodastream Crystal* Wassersprudler. Davor haben wir größtenteils Wasser in Glasflaschen gekauft, weil ich finde, dass gerade im Sommer, wenn das Wasser in den PET-Flaschen mal warm wurde, der Geschmack einfach nur eklig war. Und jetzt bestätigt sich für mich auch der Grund: lt. Ökotest wurden auffällig viele Mikroplastikpartikel in PET-Mehrwegflaschen gefunden. Als Mikroplastik gelten Partikel kleiner 5 mm und können für unser Auge auch unsichtbar sein. Gefunden wurden Partikel aus PET und Polypropylen, aus welchem die Deckel der Flaschen bestehen. Zu gesundheitlichen Folgen ist bisher wenig bekannt, jedoch finde ich den Gedanken daran, permanent Mini-Plastik-Teilchen zu verschlucken nicht wirklich appetitlich.

Vom Umweltbundesamt wurden Untersuchungen mit humanrelevanten Hautzellen durchgeführt. Die Mikroplastikpartikel dringen demnach in die Zellen ein, setzen sich zwischen die Zellen oder lagern sich auf deren Oberfläche an. Lt. Umweltbundesamt konnten in 72-Stunden-Kurzzeittests bereits Entzündungsreaktionen beobachtet werden. Wenn diese lange bestehen bleiben oder wenn Zellen absterben, können chronische Erkrankungen wie Krebs oder Leberzirrhose die Folge sein, heißt es.

Plastik wohin das Auge reicht! Erst in den 60er Jahren fing man an, Kunststoffe industriell herzustellen. Bis heute wurden lt. ÖKO-TEST rund acht Milliarden Tonnen produziert. Leider konnte bisher nur sehr wenig wiederverwertet werden, sodass knapp fünf Milliarden Tonnen auf Mülldeponien oder in der Umwelt gelandet sind.

Verpackungen machen rund die Hälfte aller Plastikabfälle aus, jedoch sind die Zahlen der Textilien (z.B. Kleidung aus Polyester, etc.), Elektronik, Verkehr (z.B. Reifenabrieb, etc.), Hochbau, Industriemaschinen und Verbraucherprodukte usw. nicht zu verachten.

Auch Kosmetika, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel schneiden im Punkt Mikroplastik ziemlich schlecht ab. Es heißt, dass etwa 230 Tonnen Mikroplastik pro Jahr in der Nordsee landen – allein durch Kosmetika! In vielen Makeups wurde Mikroplastik nachgewiesen. Ich empfehle dir von Herzen, dir die Codecheck-App runterzuladen und die gewünschten Produkte vor dem Kauf zu scannen. Dort kannst du dann ganz einfach mit einem Blick herausfinden, ob Mikroplastik, gesundheits- oder umweltgefährdende Stoffe enthalten sind oder gar Tierversuche für das Produkt gemacht wurden.

Mikroplastik, Hormone, Palmöl, Mineralöle und Co. – braucht kein Mensch auf seiner Haut.

Auch ich habe zuhause vor längerer Zeit mal alles mit der App gescannt und dann vieles direkt in den Restmüll gegeben, damit es gar nicht erst in unsere Gewässer gelangt. Du kannst mit der App wirklich alles scannen: von der Bodylotion und der Sonnencreme über Haargel und Rasierschaum bis zur Zahn- und Körper-Reinigung. Und natürlich auch Lebensmittel! Du glaubst gar nicht, wieviel Mist (z.B. synthetische Polymere) in den meisten Produkten ist und was man sich so täglich auf die Haut reibt.

Ich lege dir ans Herz, in erster Linie zu Naturkosmetik-Produkten zu greifen, denn die schneiden oftmals deutlich besser ab!

Auch die Stiftung Warentest hat sich dem Thema Mikroplastik angenommen. Ich habe einen sehr interessanten Bericht in der Zeitschrift Stiftung Warentest aus dem Oktober 2018 gelesen, den ich nachfolgend zusammenfassen möchte.

Erstmals kam das Thema ‚Plastik im Meer‘ 1997 auf den Tisch, als der Umweltaktivist Charles Moore auf den riesigen Pazifischen ‚Müllstrudel‘ aufmerksam machte. Rund 80.000 Tonnen schwer und etwa drei Mal so groß wie Frankreich strudelte dieser Müllteppich nahe der Hawaiianischen Inseln. Beunruhigend empfand Moore besonders die kleinen Plastikpartikel, heute Mikroplastik genannt, die lt. Stiftung Warentest zwischen 0,1 Mikrometer und 5 Millimeter klein sind. Noch kleinere werden Nanoplastik genannt und können sogar in menschliche Zellen eindringen.

Mikroplastik wird heute nahezu überall zugesetzt: in Wasch- und Reinigungsmitteln, Schleifmitteln wie z.B. Ceranfeldreinigern, in Peelings und Duschgels, in Farben und Lacken und sogar in Beschichtungsmitteln für Zitrusfrüchte und Textilien. Der Großteil an Mikroplastik entsteht jedoch beim Gebrauch/Abrieb von Reifen – also im Verkehr – und macht damit gut 33% aus. Auch durch Schuh-Abrieb oder Textilien aus Fleece, die beim Waschen Fasern ins Wasser abgeben, entsteht Mikroplastik.

>>> Allein in Deutschland sind wir für etwa 364.000 Tonnen Mikroplastik verantwortlich! <<<

In der Natur entsorgtes sog. Makroplastik wie Tüten, Verpackungen oder Flaschen verrottet nur sehr langsam. Über Jahrzehnte hinweg zerfällt es unter Einfluss von Wind und Sonne ganz langsam zu Mikroplastik. Mikroplastik wird verbreitet über Fließwasser und Wind. Zwar werden durch die Kläranlagen 95% des Mikroplastiks herausgefiltert, jedoch gelangen davon schätzungsweise 35% mit dem Klärschlamm zurück in die Umwelt und somit auch auf die Äcker. Einiges bleibt in den Böden, aber es wird auch über die Flüsse in die Meere geschwemmt, wo es sich weiter verbreitet und von Lebewesen aufgenommen wird, die zum Teil auf unseren Tellern landen.

Bisher gibt es keine Langzeitstudien, die die Wirkung von Mikroplastik in der Umwelt bewerten. Laborstudien, in denen Tiere unnatürlich hohe Dosen an Mikroplastik zu fressen bekamen, belegen jedoch, dass Mikroplastik das Immunsystem von Tieren schwächen kann, die Fruchtbarkeit senken und die Sterblichkeit steigern lassen kann.

Für eine Risikobewertung liegen lt. der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) nicht genug Daten vor, jedoch können Mikroplastikpartikel Bakterien und Schadstoffe, die zum Teil als krebserregend eingestuft werden, transportieren.

Im Alltag Mikroplastik komplett zu vermeiden, wäre wünschenswert, ist jedoch nicht immer ganz einfach. Jeder einzelne kann aber dazu beitragen, es zu verringern.

Ausführlicher lesen? Schau mal hier: www.test.de/mikroplastik

Eine langlebige Alternative zu Kunststoff: Edelstahl

Wie reduziere ich Plastik im Alltag?

Auf der Suche nach einer ‚sauberen‘ und nachhaltigen Möglichkeit für unterwegs, Schule und Sport bin ich auf Edelstahl-Flaschen von ECOtanka™ gestoßen. Die Plastik-Verschmutzung im Meer ist ein großes Problem – und ein wesentlicher Bestandteil sind Einkaufstüten und Getränkeflaschen. Um sich zumindest den Müll unterwegs zu sparen, gibt es Brotboxen und viele verschiedene Flaschen für jedes Alter und für jeden Bedarf. Die ECOtanka™ kannst du praktisch lebenslang verwenden, denn Edelstahl hat eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren und ist zu 100% wieder verwertbar. Sie sind somit eine umweltfreundliche und gesunde Alternative zu Trinkflaschen aus PET, Plastik oder Aluminium. Edelstahl ist sauber, hygienisch und braucht im Gegensatz zu Aluminium keine Innenbeschichtung der Flasche.

Das Beste ist, dass du je nach Bedarf (Sport, Arbeit, Schule) und je nach Getränkewunsch (Kaffee, Tee, Mineralgetränk) und je nach Durst (350ml bis zu 2l) die für dich passende Flasche mit dem für dich passendem Verschluss kaufen kannst!

Genug gelesen? Hier nun ein paar Umwelt-Tipps zur Reduzierung von Mikroplastik:

  • Weniger Auto fahren, denn Reifenabrieb ist eine der größten Quellen für Mikroplastik
  • Qualitativ hochwertige, langlebige Reifen kaufen und besonders defensiv fahren
  • Müll in der Natur aufsammeln, richtig entsorgen und das Umfeld sensibilisieren, dass jedes Plastikteil in der Natur zu Mikroplastik wird
  • Beim Einkaufen darauf achten, mikroplastikfreie Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetika zu kaufen (Naturkosmetik ist übrigens frei von Mikroplastik)
  • Hilfreich beim Einkaufen ist auch die App Codecheck. Einfach mit dem Handy den gewünschten Artikel scannen und schon weiß man, ob Mikroplastik enthalten ist, oder nicht
  • Auf unnötige Verpackungen und Tüten beim Einkaufen verzichten und immer einen Stoffbeutel oder Einkaufskorb mitnehmen
  • Auf To-Go – Becher und Einwegplastik verzichten
  • Immer eine Mehrweg-Trinkflasche dabei haben. Als Tipp: ECOtanka* für die ganze Familie kaufen

Noch mehr Tipps und Ideen wie du dich und deine Umwelt schützen kannst, findest du auf unserem Blog. 😊

*(Hinweis: dies ist ein Affiliate-Link. Beim Kauf über diesen Link unterstützt du unser Familienprojekt 🙂 Wir sagen Danke!)

‚Halt! Stopp!‘ rief die Erde – und wir fingen an

Allein – und dennoch gemeinsam mit anderen Menschen, die irgendwo da draußen etwas Gutes tun. Sie haben den Hilfeschrei wahrgenommen; so wie wir. Immer wieder mal und manchmal kaum hörbar. Aber nun ist es nicht mehr zu überhören und zu übersehen. Obwohl sich viele Menschen dem Thema noch immer nicht nah genug fühlen und weiterhin so tun, als sei alles in Ordnung, werden es täglich mehr, die nicht mehr wegschauen. Täglich mehr Menschen, die sich ändern und anpacken. Denn das ist der Punkt. Eine (Ver-) Änderung kann zunächst erstmal unbequem sein. Es ist immer einfacher, bei den alten Gewohnheiten zu bleiben. Dennoch kann der Preis, den wir alle dafür zahlen müssen, extrem hoch sein. Wir sind mittlerweile einfach zu viele Menschen auf diesem Planeten, um so weiterzuleben, wie bisher. Da wir zudem ungerne mal eben die Hälfte oder gar mehr ausrotten möchten, bleibt uns nur, nachhaltiger zu leben und uns bewusster zu verhalten.  

Wir müssen uns also die Frage stellen, was wir täglich ändern können. Warum wir das müssen? Ganz einfach: weil wir derzeitig mehr Ressourcen verbrauchen, als uns zur Verfügung stehen – wenn wir gleichermaßen allen Menschen ein gerechtes, unbeschwertes Leben gönnen wollen. So unbeschwert wie jetzt können wir in Zukunft so oder so nicht mehr leben. Eine Veränderung wird kommen, warum also nicht jetzt schonmal schauen, wo man am besten bei sich selbst anfangen kann. 😉

Für die einen sind es nur furchtbare Prognosen, für die anderen -übrigens spricht hier die Mehrheit der Wissenschaft davon- der bevorstehende Klimawandel samt seiner Naturkatastrophen. Was wir hier generell einmal richtig stellen müssen:

Der Planet Erde wird sich regenerieren. Der Klimawandel gefährdet weniger die Erde, sondern das Leben auf ihr – und insbesondere das der Menschen.

Sich selbst damit auseinanderzusetzten, ist mühsam und braucht Zeit. Zeit, die wir uns alle nehmen sollten.  Was hier vielleicht jedem helfen kann, sind Vorbilder. Menschen, die bereits nachhaltig leben und von denen wir uns etwas abgucken können: Orientierung für den richtigen Weg.

Wichtig ist, den Fokus auf sich selbst zu halten. Wir sind nämlich ganz groß darin, auf andere zu zeigen und zu sagen ‚Hey, wenn du schon nachhaltig leben willst, dann darfst du jetzt aber nicht mehr…‘

Dieses Bild twitterte Greta Thunberg im Januar 2019 auf der Zugreise von Schweden in die Schweiz und wurde hart kritisiert.

Schauen wir uns das am Beispiel von Greta Thunberg an. Ich sah obiges Foto von Greta. Sie fuhr am 22.01.2019 über 30 Stunden im Zug nach Davos (Schweiz), um am Weltwirtschaftsforum teilzunehmen. Während andere Teilnehmer mit ihrem Privatjet anreisten, sparte Greta Unmengen an CO2, die die fliegenden Teilnehmer nicht mal kompensieren könnten, wenn sie zu Fuß zurückliefen. Aber das spielte hier offensichtlich keine Rolle.

Greta wagte es tatsächlich, einen in Plastik abgepackten Salat und eine Packung Toast (ebenso in einer Plastiktüte) mitzunehmen. Gefundenes Fressen für ihre Hater. Die Hasskommentare konnten peinlicher nicht sein. Ich habe mich so abgrundtief geschämt für die Menschen, die sich darüber ausgelassen haben. Sie haben die Nadel im Heuhaufen gesucht – und gefunden. Erwachsene Menschen, die sich vermutlich bis dahin nicht mal freiwillig mit dem Thema intensiv auseinander gesetzt haben. Anstatt sich mit dem Inhalt der Aussagen zu befassen und sie als Vorbildfunktion zu loben, wird Greta als Person kritisiert und als psychisch krank dargestellt. Sie solle lieber zur Schule gehen, heißt es. Menschen fühlen sich angegriffen und brechen emotional aus. Sachliche und sinnvolle Argumente sind dann leider eher die Seltenheit.

Als Greta das erste Mal von der Klimaveränderung erfuhr, war sie ca. 8 Jahre alt. Sie begann mehr darüber zu lesen und je mehr sie las, desto weniger konnte sie nachvollziehen, dass Menschen einfach so weiter lebten wie bisher und nichts unternahmen. Somit beschloss sie, ihre Lebensweise zu ändern, um – wie sie selbst im Interview sagt – sich wieder im Spiegel ansehen zu können: Verzicht auf Flugreisen, vegane Ernährung, Konsum-Stopp bzw. nur noch das Nötigste neu kaufen und vor allem informieren – speziell Menschen in höheren Positionen. Greta ist für viele Menschen Inspiration und Vorbild. Sie ist der lebende Beweis dafür, dass jede einzelne Person etwas bewirken kann.

Es geht nicht darum, 24/7 perfekt zu sein! Das kann niemand – und das kann auch niemand von anderen erwarten. Es geht darum, den bestmöglichen Weg hinsichtlich einer gesunden Zukunft einzuschlagen. Und da geht es nicht darum, dass man mal kurz vom Weg abkommt, sondern darum, dass man wieder zurück in die Spur kommt.

  • Ein erster Schritt ist es, sich im eigenen Wohnraum umzusehen. Was gibt es an materiellen Dingen, an Deko, an Kleidung, an Haushaltswaren, an Lebensmitteln, an Elektrogeräten, Kosmetika, etc., die man nur hat, weil man sie vielleicht toll findet und nicht, weil man sie dringend braucht? Auf was davon könnte man in Zukunft verzichten? In der Herstellung von Produkten wird viel Energie benötigt. Oft kann man es umgehen und zu einem gut erhaltenen gebrauchten Produkt greifen.
  • Sehr viel kann man auch bewirken, wenn man seine Ernährung genauer unter die Lupe nimmt. Was konsumiere ich tagtäglich? Hier versteckt sich zum Beispiel eine große Hebelwirkung, bei der jede kleine Veränderung schon sehr viel bewirkt, weil es jeden Tag gleich mehrere Mahlzeiten betrifft.
  • Schon mal den Energieverbrauch im Haushalt unter die Lupe genommen? Man kann Ökostrom beziehen und natürlich darauf achten, dass möglichst wenig elektrische Geräte aktiv sind. Ich selbst dachte immer, ein Hefeteig würde nur mit einer Küchenmaschine gut gelingen. Pustekuchen: 10-15 Minuten den Holzlöffel durch den Teig wirbeln gibt Muckis. 😉 Den abgedeckten Teig stelle ich im Winter zum Gehen an die Heizung – klappt hervorragend. Das ist jetzt nur eins von vielen kleinen Beispielen. Es soll zum Nachdenken anregen: wo kann man einsparen?
  • Wir verschwenden Unmengen an Lebensmitteln. Das ist mir ein besonders wichtiger Punkt. Ich rette Lebensmittel vor der Tonne und greife beim Einkaufen auch gerne zu den Produkten, die das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder sogar schon überschritten haben. Dieses Datum schreckt tatsächlich viele Menschen ab; ist aber lediglich eine Zahl. Häufig sind die Produkte noch Wochen oder gar Monate später genießbar (kommt natürlich immer auf das Produkt an). Für die Produktion der Lebensmittel und die Verpackungen sind Unmengen an Energie und Wasser geflossen – eine Schande, wenn es ungenutzt im Müll landen würde.
  • Jede kleine Tat ist wertvoll! Beim Sparziergang draußen entdecke ich oftmals achtlos in der Natur entsorgten Müll. Besonders Kippen, Luftballons und Plastikbecher können tödliche Konsequenzen für Tiere haben. Es macht einen riesigen Unterschied, ob ich wegschaue oder den Müll mitnehme und entsorge. Mittlerweile habe ich eine kleine Tüte dabei, um zumindest ein wenig aufzuheben und somit einen kleinen Beitrag leisten zu können.
  • Welche Verkehrsmittel stehen zur Verfügung und welche kann ich nutzen? Wenn du zum Beispiel ein Auto hast und auch häufig nutzt, versuche immer, irgendwie die Fahrten sinnvoll zu gestalten. Auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause kaufe ich oft ein oder lege Termine so, dass ich nicht extra losfahren muss, sondern möglichst viele Dinge auf einem Weg erledigen kann. Wenn ich es vorher planen kann, fahre ich auch mit dem Rad. Das müsste ich viel öfter tun. Ein Punkt, an dem ich persönlich viel mehr arbeiten muss.

Es gibt immer Dinge, die einem leicht fallen und andere, die schwer oder zögerlich umsetzbar sind. Dennoch finde ich es wichtig, nicht aufzugeben und im Alltag immer wieder neue Versuche zu starten; auch, wenn man zeitweise raus ist. In den meisten Fällen ist es reine Gewohnheit, daher ist es so wichtig, sich gedanklich damit zu beschäftigen.

  • Manchmal sind Menschen privat auch schon einige Schritte gegangen und leben nachhaltiger und umweltbewusster. Und plötzlich wird der Job hinterfragt. Da kommt dann der Zwiespalt. Ist der Job mit dem nachhaltigen Lebensstil vereinbar? Hin und wieder kann man als Mitarbeiter etwas Positives bewirken und auf der Arbeit ein Umdenken anregen. Manchmal geht das jedoch nicht oder man stößt mit seinen Ideen auf taube Ohren. Das macht unzufrieden und unglücklich und bewegt Menschen dazu, sich einen Job zu suchen, der sinnvoll im Hinblick auf die Zukunft ist. Aber wie findet man einen Job, der zum neuen Lebensstil passt? Auf der Seite Good Jobs könnte man zum Beispiel fündig werden.
Alex und Kian in der ‚Lass ma nachhaltig‘ – WG in Berlin

Zurück zur Inspiration! Wir brauchen Menschen, die uns vorleben, wie es geht. Menschen, die uns inspirieren und Mut machen. Einer davon, den wir auch persönlich kennenlernen durften, ist Alex. In sozialen Netzwerken bekannt als ‚Gutmensch Alex‘. In diesem Interview erzählt Alex, was jeder einzelne tun kann, um seinen persönlichen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Auch, wenn dich persönlich nicht jeder Punkt davon anspricht, sind es zumindest einige großartige Denkanstöße, die dir helfen können.

Wir freuen uns, wenn du bereits die ersten Schritte getan hast oder dich dieser Beitrag inspiriert hat, ab heute etwas zu ändern. Ins Handeln kommen: das ist das A und O. 😊

Ist Tourismus mit Klimaschutz vereinbar?

Ich bin gelernte Reiseverkehrskauffrau. Heute nennt sich das Tourismuskauffrau. Der Job ist nicht besonders gut bezahlt; macht aber viel Spaß. Ich habe gelernt, wie man den Menschen Erholung verkauft. Ich habe gelernt, wie man noch mehr Umsatz machen kann. Ich habe gelernt, wie man am Preiswertesten verreisen kann. Ich habe gelernt, dass man von mir erwartet, dass ich nahezu jedes Ziel persönlich kenne oder mich trotzdem gut auskenne, wenn ich selbst nicht dort gewesen bin. Ich habe gelernt, wie die Kunden eine 7-tägige Flugreise ans Mittelmeer für schlappe 350€ in einem guten Hotel mit all-inclusive bekommen können.

Ich habe jedoch nie gelernt oder mir gar Gedanken gemacht, was es für andere Menschen und die Umwelt bedeutet, billig zu verreisen. Ich habe nicht die Schattenseiten des Kreuzfahrt-Tourismus, der all-inclusive-Verpflegung und der Billigflieger betrachtet – bis Anfang 2018. Es kam der Punkt, an dem ich Schritt für Schritt alles überdachte. Von der Ernährung über die Lebensweise, vom Konsum bis hin zu meinem Job.

Es gab Momente, in denen ich kündigen wollte, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte. Plötzlich wurde die ursprüngliche Freude über einen Buchungsabschluss von Sorgen begleitet, ob diese Art der Reise denn nun wirklich notwendig gewesen wäre. Eine einzelne Reise ist sicher nicht gerade schlimm, aber der Billig-Tourismus weltweit schon. Für fünf Tage zum Christmas-Shopping nach New York oder für ein bis zwei Tage den Junggesellen-Abschied auf Mallorca feiern – ist das wirklich notwendig? Kopfzerbrechen bereiten mir besonders Kundenwünsche wie ‚ich habe neun Tage Zeit und möchte gerne eine Karibik-Kreuzfahrt machen‘. Erst der Flug, der schon unglaublich viel CO2 kostet und danach noch die Fahrt auf der schwimmenden Kleinstadt… Mir kommt dann gleich die Karte in den Sinn, die anzeigt, wie viele Schiffe oder wie viele Flugzeuge derzeit auf der Erde unterwegs sind. Das ist wirklich erschreckend; schaut euch das mal an…

Ultrafeine Partikel können die Atemwege schädigen und ins Blut gelangen

Dieser Zwiespalt war für mich grausam. Auf einmal habe ich alles infrage gestellt. Ich war dennoch finanziell auf den Job angewiesen, die Nähe des Büros ist ideal und die Arbeitszeiten hätten nicht praktischer mit dem Familienalltag übereinstimmen können. Dennoch konnte ich nicht mehr so unbeschwert verkaufen, wie früher. Und natürlich fiel meiner Chefin die Veränderung auf. Nur was tun? Von heute auf morgen zum ‚Öko‘? Und das im Reisebüro?  

Hinzu kamen Sprüche von Bekannten wie ‚Du lebst doch jetzt nachhaltiger – dann darfst du ja auch nicht mehr im Reisebüro arbeiten‘.  Zunächst hat mich diese Aussage erbost, denn: wie stellten sie es sich vor? Aufhören zu arbeiten und auf Sozialhilfe angewiesen sein, weil kaum ein Arbeitgeber es möglich macht, sich seine Arbeitszeiten praktisch auszusuchen?

Ich war gefangen in dieser Zwickmühle. Dennoch hat mich gerade diese Aussage darin bestärkt, weiter zu machen und nicht in ein Loch zu fallen. So habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich in meinem Job das Bestmögliche tun kann, um auch den einen oder anderen Kunden mitzuziehen und zu begeistern. Eine Kündigung meinerseits hätte nämlich nur zur Folge gehabt, dass jemand anderes meine Stelle besetzt, der/die sich null Gedanken über die Zukunft macht. Also: Ärmel hoch.

Als Erstes musste ich meine Chefin überzeugen, dass ich ihr Lebenswerk nicht zerstören will, jedoch die Zeit für eine Veränderung reif ist. Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen, aber jetzt, nach über einem Jahr, hat sich einiges im Büro getan. Wir haben die Kataloge auf ein Minimum reduziert und statt 20-30 Stück von jedem Veranstalter und jedem Zielgebiet jetzt nur noch maximal 5 Stück – und einige haben wir gar nicht mehr als Printausgabe. Wenn es draußen hell genug ist, bleibt im Büro immer das Licht aus. Wir drucken nur noch das Nötigste und mittlerweile auch auf Recyclingpapier. Aber vor allem macht es mich glücklich, dass wir jetzt mit nachhaltigen Veranstaltern zusammenarbeiten und diese auch unseren Kunden anbieten können.

Beim Verband für nachhaltigen Tourismus Forum Anders Reisen bieten nachhaltige und zukunftsorientierte Reiseveranstalter außergewöhnliche Reiseerlebnisse an. Fairness dem Mensch und der Natur gegenüber sind ein zentraler Punkt dieser Plattform.

Ich persönlich möchte nicht mehr Teil dieser überflüssig veranstalteten Reisen sein. Ich fliege nicht mehr für einen Tag nach Mallorca, um mit dem Bus über die Insel zu jetten und mir drei Hotels anzusehen. Solche Trips werden Reisebüromitarbeitern kostenfrei angeboten, um sich weiterzubilden. Ist das nicht völlig verrückt?

Nein, ohne mich. Ich bewerbe mich jetzt nur noch für umweltfreundliche Inforeisen. Auf die Schnelle lernt man sowieso nichts richtig kennen. Reisen – nicht hetzten – dann bleiben die Eindrücke auch besser hängen und vor allem bleibt die Erholung dabei nicht auf der Strecke. So war ich eine Woche zum Wandern und Radfahren in Irland und vier Tage mit der Bahn in der Schweiz. Vor Ort dann unterwegs mit Fahrrad, Bus, Bahn und zu Fuß – es war traumhaft!  Und das hätte ich nie gedacht, denn ich war selbst immer der klassische All-inclusive-schicki-micki-Clubhotel-Urlauber.  

Ich denke mittlerweile anders. Alles braucht Zeit und perfekt werde ich nie sein können, aber das ist auch nicht mein Anspruch. Was mich selbst freut ist, dass ich endlich begriffen habe, dass ich so viel dazu beitragen kann, die Schönheit der Erde zu erhalten, ohne komplett aufs Reisen verzichten zu müssen. Ich möchte nicht nur nehmen, sondern auch etwas zurückgeben – und ich sehe meine Aufgabe darin, dasselbe an meinem Arbeitsplatz weiterzugeben.

Das heißt nicht, dass ich nie wieder fliegen werde. Aber ich suche mir meine Flugreise mit Bedacht aus. Und es muss auch nicht mehr jedes Jahr eine Flugreise sein, wie ich finde. Weniger oft fliegen, dafür länger vor Ort bleiben. Anstatt zwei Mal eine Woche im Jahr zu fliegen, bevorzuge ich eine längere Reise alle zwei Jahre.

Zudem – was ich 2018 auch noch nicht wusste – kann jeder Passagier seine Flugreise kompensieren. Und genau das möchten wir auch unseren Kunden im Reisebüro zeigen. Denn bevor ein Kunde auf seine Flugreise verzichtet, würde er wahrscheinlich eher ein paar Euro mehr bezahlen, um den CO2-Verbrauch auszugleichen. Das ist super und ein erster sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn so wird ein Bewusstsein für klimafreundlicheres Reisen erschaffen.  Mit nur 17€ für einen Hin- und Rückflug Hamburg-Mallorca-Hamburg kann der Flug von über 700kg CO2 pro Person auf atmosfair.de kompensiert werden.

Atmosfair ist eine Klimaschutzorganisation mit dem Schwerpunkt Reise und betreibt aktiven Klimaschutz mit der Kompensation von Treibhausgasen durch erneuerbare Energien.

Kian mit Johanna und Bernhard von atmosfair

Klar, in erster Linie ist es sinnvoll, CO2 zu vermeiden. Für viele Menschen ist das jedoch nicht denkbar, nie wieder fliegen zu dürfen. Allerdings hilft es schon, sich darüber zu informieren, wie man den Verbrauch zumindest reduzieren kann. Wenn sich der Flug zum Beispiel beruflich nicht vermeiden lässt, ist die Kompensation und die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten der beste Weg.

Wohin ging dein letzter Flug? Teste doch mal hier CO2-Rechner.

Ein Hin- und Rückflug von Frankfurt nach New York kostet pro Person über 3600 kg CO2 – das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen beträgt jedoch nur 2300kg. Hättest du gewusst, wie sich dein Flug auf das Klima auswirkt?

Ohne dieses Jahr geflogen zu sein, habe ich dennoch kompensiert. Anlass dazu war der Geburtstag meiner besseren Hälfte. Man schenkt sich in der Partnerschaft am Anfang ja noch ‚große‘ Dinge. Später sucht man dann verkrampft nach Geschenken, die man glaubt zu brauchen, bzw. die der Partner brauchen könnte. Aber irgendwie wollte ich zum eigentlichen Geburtstagsgeschenk noch etwas anderes schenken. Ich habe nach etwas Sinnvollem gesucht – und auf atmosfair gefunden: ein Holzvergaser-Ofen! 😊 Wir selbst benötigen zwar keinen, aber dafür Familien in Indien. Mit dieser Spende bzw. mit dem Zertifikat konnte ich Jens ein Lächeln ins Gesicht zaubern und einer Familie zu gesünderem Kochen und etwas mehr Geld verhelfen. Es fühlt sich so schön an, Gutes zu tun. 😊

Und wo ich gerade von ‚schön‘ schreibe: wie schön die zehnstündige Bahnfahrt in die Schweiz doch war! Ich schwelge in Erinnerungen. Vor zwei Jahren hätte ich mich nicht im Traum für solch eine Inforeise beworben. Ich bin (oder war) absolut keine Bahnfahrerin. Doch diese Bahnfahrt hat so viel verändert. Die Menschen, die ich kennengelernt habe, die Natur und die Orte, die ich gesehen habe, sind mir so positiv in Erinnerung, dass ich selbst jetzt beim Schreiben noch grinsen muss.

Hinzu kommt, dass ich positiv überrascht war, dass es möglich ist für schlappe 39€ mit einem Sparpreisticket der Bahn von Norddeutschland in den Süden der Schweiz zu fahren. Ich habe noch einen Zwischenstopp im wunderschönen Freiburg (Breisgau) eingelegt und dort übernachtet. So war bereits die Anreise absolute Erholung für mich. Von Freiburg war ich wirklich positiv überrascht, denn die Stadt ist ein Paradies für Menschen, denen zero waste, pflanzliche Ernährung, unverpackt – und das alles verhältnismäßig preiswert – am Herzen liegt.

Ich habe durch die Bahnreise die Schönheit der Nahziele (wieder) entdeckt und kann wirklich jedem empfehlen, das mal auszuprobieren und einfach mal Pause von der Flugreise zu machen 😊

In meinem und unserem Familienleben hat sich seit Anfang 2018 viel getan. Und auch, wenn der Weg manchmal steinig erscheinen mag, fühlt er sich richtig und gut an. Es ist für mich eine Bereicherung, diese Persönlichkeitsentwicklung durchzumachen und täglich Neues zu lernen und nicht bequem mit dem Strom zu schwimmen. Vor allem, nach neuen Wegen zu suchen, abseits der Trampelpfade, abseits der Massen. Es macht so viel Spaß und es ist unglaublich schön, andere Menschen zu inspirieren und zu sehen, wie sie neugierig werden, ihre Scheuklappen ablegen und ebenfalls nach links und rechts schauen. Klimaschutz kann wirklich Spaß machen – und hilft jedem einzelnen auf dieser Erde! 😉

Gesundes und bewusstes Leben wird hip

Vor einigen Jahren war das noch nicht wirklich das Thema und plötzlich tut sich so viel: Lebensmittelrettung, Vermeidung von giftiger Kleidung, Restaurants, die in ihrer Karte auch rein pflanzliche Alternativen anbieten, Unverpackt-Läden werden eröffnet: die Menschen ändern sich, denken um. Sie möchten bewusster und nachhaltiger durchs Leben gehen und Dinge hinterfragen, anstatt mit der Masse mitzulaufen. Menschen gehen auf die Straßen und demonstrieren für eine bessere Zukunft. Sie setzten ein Zeichen gegen Tiertransporte, gegen Massentierhaltung, gegen Wildtiere im Zirkus und halten Mahnwachen vor Versuchslaboren. Wo vor zehn Jahren ein paar hundert Menschen zusammenkamen sind heute tausende vereint. Es ist, als hätten sich Herzen geöffnet. Das Wort Mitgefühl wird nun stärker gewichtet. Raus aus dem Kopf und rein in das Herz.

Wissenschaftler haben einen Speiseplan vorgestellt, der die Gesundheit des Menschen und des Planeten gleichermaßen schützt.‚ schreibt das Bundeszentrum für Ernährung und zeigt, wie der Plan der Forscher aussehen könnte:

  • Die EAT-Lancet-Kommission hat einen Speiseplan erstellt, der die Gesundheit des Menschen und der Erde gleichermaßen schützen soll.
  • Der Konsum von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen müsste ungefähr verdoppelt werden, der Verzehr von Fleisch und Zucker dagegen halbiert.
  • Neben der veränderten Ernährungsweise müsste die Lebensmittelproduktion verbessert und Lebensmittelabfälle reduziert werden.
  • Der Report zeigt, dass es machbar ist, bis zum Jahr 2050 etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde gesund zu ernähren, ohne den Planeten zu zerstören.
Zu gut für die Tonne –
und genau richtig für Ofengemüse, Suppe oder Pizza 🙂

Ich möchte nun aber viel mehr auf das Thema Foodwaste/Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelrettung eingehen, denn das ist tatsächlich ein großes Problem: wir schmeißen zu viele noch genießbare Lebensmittel weg. 

Das ÖKO-TEST Magazin 2/2019 nennt dazu die Zahlen des größten deutschen Marktforschungsinstituts GfK: 55kg Lebensmittel werfen die Deutschen lt. einer GfK-Studie von 2017 mit fast 7.000 Privathaushalten pro Kopf jedes Jahr in den Müll. Das Schlimmste daran: gut die Hälfte wäre noch genießbar und verwertbar gewesen.

Sehr interessant finde ich die Seite des Bundeszentrum für Ernährung, die sich ebenfalls dem Thema Lebensmittelverschwendung widmet:

‚Verbraucher verursachen mit einem Anteil von 52 Prozent von allen Bereichen der Wertschöpfungskette die meisten Lebensmittelabfälle. Umgerechnet waren das im Jahr 2015 pro Einwohner*in in Deutschland rund 75 kg – und fast 33 kg davon wären theoretisch vermeidbar.‘ Im Vergleich zur Zahl des Marktforschungsinstituts von 55kg Lebensmittel-‚Abfall‘ ist demnach das Problem zwar zwischenzeitlich kleiner geworden, aber dennoch zu hoch.

Hier kommst du zur kompletten Studie: Gesellschaft für Konsumforschung Studie 2017: Systematische Erfassung von Lebensmittelabfällen der privaten Haushalte in Deutschland

Bei der GfK-Studie kam heraus, dass vorrangig Obst und Gemüse entsorgt wurden. Dort heißt es: ‚Frisches Obst und Gemüse macht dabei jeweils 17,1%, Brot und Backwaren 13,8%, Milchprodukte 9,4% und Fleisch/Wurst/Fisch noch 3,7% aus. Nach frischem Obst und Gemüse stellt die Kategorie Gekochtes/Zubereitetes mit 16,2% den drittgrößten Anteil an den vermeidbaren Lebensmittelabfällen dar. ‘

 Gründe für die Entsorgung eigentlich verwertbarer Lebensmittel lt. der Studie:

‚Bei 57,6% der Abfallmenge derartiger Lebensmittel werden Haltbarkeits-Probleme als Haupt-Entsorgungsgrund angegeben. Hierbei handelt es sich um verdorbene/schlecht gewordene (36,6%), optisch unappetitliche/“alte“/nicht mehr schmackhafte (15,2%) oder um Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde (5,8%).  Zweitgrößter Grund war, dass Lebensmittel entsorgt wurden, weil man zu viel gekocht (18,2%), oder auch zu viel auf den Teller aufgelegt (3,1%) hat. Derartige Speisereste machen demnach zusammen 21,3% der vermeidbaren Lebensmittlabfälle aus.  Der nächste wichtige Block sind Gründe, bei denen man aufgrund einer falschen Mengenplanung zu viel Menge gekauft hatte (11,9%). Die wichtigsten Ursachen hierbei bilden v.a. zu große Packungen (5,4%), Sonderangebote, die es nur für (zu) große Packungen bzw. beim Kauf mehrerer Packungen gibt (1,7%), eine falsche Planung beim Einkauf (2,6%). Unter „sonstige Gründe“ fallen häufig die “Unfälle“ (verbrannt oder versalzen, schmeckt nicht), oder auch eine falsche Lagerung.‘

Kennst du schon ‚Zu gut für die Tonne‘ ? Auf der Seite kannst du einen Wissenstest absolvieren, um herauszufinden wie gut du dich bereits auskennst zur Lagerung von Lebensmitteln, zum Verbrauch, etc. Ich dachte, ich wüsste schon ne Menge, konnte aber noch einiges dazu lernen – es lohnt sich!

Des Weiteren findest du dort einen praktischen Partyplaner. Du planst also ein Buffet und hast keinen blassen Schimmer, wieviel Essen du benötigst? Tadaa: Anzahl der Leute eingeben, Art des Essens (z.B. Fingerfood) und Dauer der Party – schon bekommst du das Ergebnis wieviel du von was bereitstellen musst, damit alle satt werden und nichts übrigbleibt. Grundsätzlich wird mit einer Menge von 800g pro Person gerechnet. Über foodsharing.de können Privatpersonen überschüssige Lebensmittel kostenfrei mit anderen teilen.

Foodsharing: Hier holen ehrenamtliche Lebensmitttelretter aussortierte oder übriggebliebene Lebensmittel bei Lebensmittelunternehmen ab und verteilen sie an gemeinnützige Einrichtungen oder an Privatpersonen. An den sogenannten Fair-Teilern – das sind öffentlich zugänglichen Kühlschränke oder Boxen  –  kann sich jeder kostenfrei bedienen. Hier kann jeder aktiv werden! 🙂

Kennst du bereits die App TOO GOOD TO GO? Ich finde sie außerordentlich praktisch und vor allem sinnvoll. Wenn du dir die App heruntergeladen hast, kannst du schauen, welche Restaurants, Lebensmittelgeschäfte, Bäcker, etc. in deiner Umgebung über diese App übrig gebliebene Lebensmittel anbieten. So kannst du für einen Bruchteil des eigentlichen Preises leckeres Essen bekommen und hilfst damit gleichzeitig gegen die Lebensmittelverschwendung zu kämpfen. Gute Hunger! 😉

Freundliche Mitarbeiter, super leckeres Essen – und zwar gerettet und damit nachhaltig 😉

Auf der Seite Lebensmittel wertschätzen bin ich zufällig auf das Startup ‚DingsDums Dumplings‘ aus Berlin gestoßen. Na klar – da mussten wir unbedingt ein Interview machen 😉

Die Idee der drei jungen Gründer ist sagenhaft gut – und super lecker. Sie retten Lebensmittel aus dem Groß- und Einzelhandel, die durch Überproduktion oder nah am Mindesthaltbarkeitsdatum oder durch eine unschöne Form oder Größe in der Tonne gelandet wären. Aus diesen Lebensmitteln machen sie Teigtaschen, also Dumplings. Eine geniale Idee, wie wir finden. Dings Dums Dumplings haben für ihre grandiose Idee sämtliche Auszeichnungen bekommen; zum Beispiel das Greentable-Siegel für Nachhaltige Gastronomie, Platz 2 als Deutschlands nachhaltigstes Gastrokonzept mit dem WeltverbEsserer-Preis 2019 und wurden mit dem Förderpreis des Zu gut für die Tonne! – Bundespreises für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung 2018 ausgezeichnet.

Die Wand im kleinen Restaurant ist hübsch dekoriert mit sämtlichen Auszeichnungen!

Aktuell gibt es die Teigtaschen nur in Berlin zu kaufen, aber in Zukunft möchte das Startup ihre Teigtaschen auch online anbieten. Wir drücken dafür fest die Daumen!

Rettest du bereits Lebensmittel? Lass‘ es uns wissen! 😊