Vegan? Bitte was?!

„Nichts wird die Gesundheit der Menschen und die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen ErnĂ€hrung.” – Albert Einstein

Warum? Wieso? Weshalb? ich mich dazu entschlossen habe, nicht mit dem Strom zu schwimmen. Nach diesen vier Punkten und 10 Minuten deiner Aufmerksamkeit wirst auch du anders denken…

  • Punkt 1: Lebewesen unnötig quĂ€len und töten

Schreckliche Bilder und Videosequenzen von gequĂ€lten Tieren brachten mich zum Umdenken. Obwohl ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und dort auch ĂŒber 20 Jahre meines Lebens verbracht habe, musste ich erst Mitte dreißig sein, um zu begreifen, was wir Menschen Schreckliches tun. Oder vielleicht gerade deshalb weil ich es von klein auf an als völlig normal empfand, dass der Mutterkuh das Kalb nach der Geburt weggenommen wurde; dass junge Rinder nach Tunesien oder sonst wo hin verkauft wurden; dass Bullen in winzigen StĂ€llen groß geworden sind, um dann als junge Erwachsene zur Schlachtung abgeholt zu werden. Der kurze Weg vom Stall in den Viehtransporter war fĂŒr die Tiere die einzige Minute Freiheit unter freiem Himmel. Als Kind habe ich abends unsere ca. 50 MilchkĂŒhe zum Melken von der Weide in den Stall getrieben. Nach dem Melken wurden die Stalltore wieder geöffnet, damit die Tiere auch nachts die Wahl hatten, ob sie im Stall oder auf der Weide schlafen wollten. Heute in den Großbetrieben ist das kaum noch möglich. Die Zeit ist knapp; 100 und mehr Tiere können im Stall schneller gefĂŒttert werden – also bleiben sie auch dort. Die Herden sind im Vergleich zu frĂŒher (80er/90er) deutlich grĂ¶ĂŸer. Ein Landwirt mit einem kleinen Betrieb hat heute kaum noch Überlebenschancen. Zudem fordert der Konsument Fleisch und Milch sowie Milchprodukte in großen Mengen zu gĂŒnstigen Preisen – zum Leid der Tiere.

Ich war stolz darauf, jede Kuh mit Namen zu kennen. FĂŒr Außenstehende ist das vielleicht nicht nachvollziehbar…eine Herde voller schwarz/weiß gefleckter Tiere. FĂŒr mich waren die Tiere Individuen. Jede Kuh sieht anders aus. Anhand des Kopfes, des Euters, der GrĂ¶ĂŸe oder Gangart wusste ich, welches Tier gerade vor mir steht. Heute frage ich mich, warum die Tiere nicht so behandelt werden, also wie Individuen? Damit KĂŒhe Milch geben, mĂŒssen sie zunĂ€chst ein Kalb gebĂ€ren. Gleicher Vorgang wie bei uns Menschen. Jedoch haben wir es deutlich besser. Zuerst suchen wir uns in der Regel unseren Liebespartner aus und haben Spaß beim Akt. Die Kuh hingegen wird kĂŒnstlich vom Besamungstechniker befruchtet. Der Mensch (Besamer) kommt an den fruchtbaren Tagen der Kuh auf den Hof und spritzt ihr die Samen des vom Bauern aus einem Katalog ausgesuchten Bullen mit einer speziellen Spritze in die GebĂ€rmutter. Akt vollbracht. Die Schwangerschaft einer Kuh ist vergleichbar mit der eines Menschen. Nach der Geburt darf die Mutter in der Regel ihr Baby im Arm halten. GlĂŒck fĂŒr den Menschen – Pech fĂŒr die Kuh. Die darf – wenn sie GlĂŒck hat – ihr schwarz-weißes Baby ablecken, bevor es ihr fĂŒr immer genommen wird. Der Mensch möchte ja die Milch trinken und den KĂ€se essen – das Kalb wird nach wenigen Tagen an Wasser gewöhnt. Anstatt des Kalbes, das eigentlich die Milch seiner Mutter bekommen sollte, wird die Kuh an eine Melkmaschine angeschlossen. Dieses ‚Spiel‘ muss die Kuh jedes Jahr aufs Neue spielen, denn ohne die Geburt eines Kalbes wird die Milchleistung nachlassen. Dann ist die Kuh nichts mehr wert und kommt zum Schlachter. Einem weiblichen Kalb blĂŒht das gleiche Schicksal; einem MĂ€nnlichen nach wenigen Wochen die Schlachtbank oder spĂ€testens nach der Monate andauernden Mast im zumeist dunklen Stall ohne Bewegungsfreiraum.

  • Punkt 2: der nicht vorhandene Unterschied

Warum streicheln wir Hunde und Katzen; essen hingegen Schweine, KĂŒhe oder HĂŒhner? Alle Tiere haben GefĂŒhle, alle haben Augen, ein Herz und können Angst und Schmerz empfinden. Alle Tiere sind liebevoll, lassen sich zĂ€hmen, mit sich kuscheln und genießen es geleibt und gestreichelt zu werden. Wo ist der Unterschied? Wer hat den Begriff ‚Nutztier‘ erfunden? Warum werden einige Tiere mit Liebe ĂŒberschĂŒttet und andere brutal gequĂ€lt? Warum erlaubt sich der Mensch, ĂŒber ein anderes Lebewesen zu bestimmen? Kalbsschnitzel ja, Welpenragout nein? Der einzige Unterschied zwischen einem Kalb und einem Hundewelpen ist deine Einstellung.

  • Punkt 3: wir essen unseren Kindern das Essen weg

Wir haben nur diesen einen Planeten Erde. Jedoch sind wir Bewohner zu viele. Mit voraussichtlich 10 Milliarden im Jahr 2050 sind wir Menschen viel zu viele auf der Welt – und die Geburtenrate steigt stetig. Fatal, denn die Nahrung reicht nicht fĂŒr alle. Anstatt zum Beispiel Getreide in die Ă€rmeren LĂ€nder zu schicken, wird es an die Tiere verfĂŒttert, die wir essen wollen. WĂŒrden wir es direkt konsumieren, wĂ€re genug fĂŒr alle da. Zudem wird die Lunge der Erde – der Regenwald – tagtĂ€glich weiter gerodet. Warum? Damit z.B. fĂŒr Schweine aus den IndustrielĂ€ndern wie Deutschland Soja angebaut werden kann. Nein, nicht die Veganer futtern Soja in rauen Mengen. Es wird tatsĂ€chlich grĂ¶ĂŸtenteils fĂŒr Tiernahrung angebaut. Zumal ein Schwein deutlich mehr verspeist als ein Mensch. Das Essen muss ja auch wieder raus. Der Haufen eines Tieres ist deutlich grĂ¶ĂŸer als der eines Menschen – und das bedeutet ein riesiger Haufen Co2, der ausgestoßen wird. Zudem wird durch GĂŒlle unser Grundwasser verunreinigt. Eben weil wir viel zu viele Tiere haben. Massentierhaltungen sind eine Katastrophe fĂŒr unsere Umwelt – und das Fleisch, das wir kaufen, besteht zu 98% aus Masse. Gerade mal 2% stammen aus kleinen (Bio-) Betrieben.

Ein weiteres großes Thema ist der unglaublich hohe Wasserverbrauch. Um eine 500g-Mahlzeit bestehend aus tierischen Produkten (z.B. Fleisch, KĂ€se, Butter, Milch etc.) herzustellen, werden stolze 8000 Liter Wasser verbraucht! Wow – dafĂŒr bekĂ€men wir 25kg Obst und GemĂŒse!!! Warum so viel Wasser fĂŒr beispielsweise 500g Fleisch? Nun ja, die Kuh möchte was fressen. Und ihr Futter braucht Wasser zum Wachsen. Durst hat die Kuh auch und mit 2 Litern am Tag kommt sie nicht aus. Die unzĂ€hligen Liter Wasser, die tagtĂ€glich im Melkstand zur Reinigung verbraucht werden, zĂ€hle ich gar nicht mit dazu. Es fallen jedoch etliche Liter Wasser bei der Schlachtung an. Fakt ist also: der Konsum von tierischen Produkten ist ein extremer Ressourcenverbrauch. Wenn wir und unsere Kinder noch viele Jahre auf dem Planeten Erde leben wollen, mĂŒssen wir wieder lernen, dass weniger mehr ist. đŸ˜‰

  • Punkt 4: die Gesundheit

‚Hatschi’ > Gesundheit! Ja – davon haben wir auch nur eine. Was das Thema Veganismus und Gesundheit gemeinsam haben, brachten uns Niko Rittenau (studierter ErnĂ€hrungsexperte und Buchautor) und Lars Walther (Koch, Regisseur und Fotograf) in FachvortrĂ€gen auf einer Bremer Messe nĂ€her.

Die schon sehr alte China Study belegt, dass die pflanzenbasierte ErnĂ€hrung die GesĂŒndeste ist. Typische ‚IndustrielĂ€nder-Krankheiten‘ wie Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte oder Herz-Kreislauferkrankungen sind uns allen bekannt. Wir kennen mindestens eine, meistens mehrere Personen im nĂ€heren Umfeld, die davon betroffen sind. Jedoch kennen die Wenigsten von uns eine Person, die an einer Unter- oder MangelernĂ€hrung erkrankt ist. Weltweite Fachgesellschaften empfehlen eine ĂŒberwiegend pflanzliche ErnĂ€hrung; sogar die DGE (Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung) empfiehlt es, sich zu 75% pflanzlich zu ernĂ€hren. Der DGE-ErnĂ€hrungskreis stimmt also zu 75% mit dem Veganen ErnĂ€hrungsteller ĂŒberein (siehe Foto aus dem Buch von Niko). Und trotzdem folgen viele Menschen dem Trend der low-carb-DiĂ€t, die vorsieht, sich ĂŒberwiegend aus Proteinen (meist tierischer Herkunft) zu ernĂ€hren. Da kommen wir wieder zurĂŒck auf den bereits erwĂ€hnten Massenkonsum. Ich war 2017 ganz oben mit dabei und habe wunderbar abgenommen. Tierische Produkte in großen Mengen standen tĂ€glich auf meinem Speiseplan, um die letzten Schwangerschaftspfunde loszuwerden. Bloß kein Getreide – sonst werde ich wieder dick. Ein Jahr spĂ€ter bin ich schlauer. Tierische Produkte weg, Getreide dafĂŒr in großer Vielfalt her. Und siehe da: ich habe mein Gewicht gehalten bzw. sogar noch zwei weitere kg abgenommen. Dabei esse ich große Portionen. Und vor allem esse ich so viele tolle neue Sachen! Und ja, ich probiere gerne viel aus, koche wenn möglich frisch und backe auch gerne Brot, Muffins oder Kuchen. Ganz am Anfang dachte ich, ich mĂŒsste verhungern. GefĂŒhlt gab’ es fĂŒr Veganer nix zu Essen außer Brot mit Marmelade, Salat, Pommes, GemĂŒse und Obst. Aber dadurch, dass ich gezwungen war, mich mit dem Thema ErnĂ€hrung auseinander zu setzen um nicht irgendwann gefrustet festzustellen, dass es kaum etwas zu essen gibt, habe ich super viele neue Lebensmittel kennengelernt. Die Vielfalt ist unglaublich. Zu dieser Zeit (2018) gibt es mehr vegane Produkte als je zuvor. Daher wird einem die Umstellung am Anfang extrem erleichtert. Man kann sich also anfangs mit fertigen Produkten ĂŒber Wasser halten, wĂ€hrend man sich ‚schlauliest‘ und nach und nach neue Rezepte ausprobiert und so immer mehr frisch und vielseitig kocht.

Vegane ErnĂ€hrung bedeutet eine vollwertige, pflanzenbasierte ErnĂ€hrung aus Vollkorngetreide, HĂŒlsenfrĂŒchten, GemĂŒse, Obst, NĂŒssen und Samen. Zwei Ärzte, mit denen ich unabhĂ€ngig voneinander gesprochen habe und die sich mit dem Thema ErnĂ€hrung auseinander gesetzt haben, bestĂ€tigten mir, dass der ĂŒberdimensionale Fleischkonsum quasi Gift fĂŒr den Körper sei. Es reiche ein StĂŒck Fleisch pro Woche, sprich ca. 300/400 Gramm. Auch die Autoren der DGE schreiben, dass ‚eine pflanzenbetonte ErnĂ€hrungsform gegenĂŒber der derzeitig in Deutschland ĂŒblichen ErnĂ€hrung mit einer Risikosenkung fĂŒr ernĂ€hrungsmitbedingte Krankheiten verbunden ist‘. Zudem ergĂ€nzen sie ‚…durch eine gezielte Lebensmittelauswahl und gute Planung ist es möglich, eine vegane Kost zusammenzustellen, bei der kein NĂ€hrstoffmangel auftritt.‘

Ist das nicht mega interessant? (Auszug aus dem erwÀhnten Buch von Niko Rittenau)

Tja, das waren kurzgefasst die vier Punkte, die mich zum Umdenken und anders handeln bewegt haben: Tierleid, die Frage des Unterschieds, der Umweltaspekt und zu guter Letzt die eigene Gesundheit.

NEUGIERIG GEWORDEN? Wenn auch du mal reinschnuppern und neue Rezepte ausprobieren möchtest, empfehle ich dir Pinterest-App. Dank Pinterest habe ich unglaublich tolle und einfach umzusetzende Rezepte gefunden. 

Ich lege dir außerdem das Buch ‚Vegan-Klischee ade!‘ von Niko Rittenau ans Herz. Er bietet wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer ErnĂ€hrung – leicht verstĂ€ndlich und sehr umfassend mit ĂŒber 500 Seiten.
(Info: o.g. ist ein Affiliate-Link. Bitte kaufe nur, wenn du dir zu 100% sicher bist, dass du deine gekaufte Ware nicht retournierst – der Umwelt zuliebe!)

Niko und ich mit seinem Buch Vegan-Klischee ade!
Danke, Niko!

Zudem kann Lars euch auf Instagram oder mit seinem Veggieworld Podcast helfen 😉 Es gibt unglaublich viele spannende Themen zu denen Lars jede Woche auf’s Neue tolle Infos und Tipps gibt!

Einige der o.g. Infos haben wir aus seinem interessanten Vortrag in Bremen entnommen:


Teil des mega interessanten Vortrags von Lars Walther

Außerdem hat mir die Peta-App ‚Veganstart‘ den Anfang extrem erleichtert. An 30 Tagen gab es tĂ€glich kurz und knackig eine neue Info – super, um sich ganz langsam mit dem Thema zu beschĂ€ftigen und nach und nach bewusster zu leben. 

Und Dank der Apps ‚Vanilla Bean‘ und ‚Happy Cow‘ weiß ich immer, welches Restaurant oder CafĂ© in meiner Umgebung etwas Veganes auf dem Speiseplan stehen hat 😊

Zu guter Letzt möchte ich dir noch meinen Lieblings-Onlineshop empfehlen – stöbere dich gerne mal durch die Leckereien:

Bitte folgt uns und gebt uns einen Daumen hoch - Danke! 🙂

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