Reinigungsmittel selbst herstellen? (Teil 2)

Nachdem ich mit Olivenöl und Zitrone bzw. Olivenöl und Essig schon einiges bewirken konnte, muss nun die Wunderwaffe Natron dran glauben. 😊

Natron kannte ich bisher nur vom Backen oder Kochen und natürlich von unserem selbstgemachten Deo (siehe Blogbeitrag). Kein gekauftes Deo der Welt kommt da ran – das ist schon mal klar. Die Wirkung ist bombastisch gut. Es hält sicher und zuverlässig, ist fix gemacht und besteht aus nur drei Zutaten. Wir lieben es!

Natron macht sich auch in dem einen oder anderen Rezept – von der Suppe über selbstgemachte Brause bis zum Kuchen – ganz gut und glänzt mit seiner Kraft praktisch im ganzen Haushalt. Und obwohl ein kleines Infoheft mit jeder Packung Natron gratis daherkommt, habe ich es bisher nur für oben besagte Dinge genutzt. Das muss sich ändern!

Natron kannten schon die alten Ägypter und nutzten es zum Beispiel bei der Mumifizierung, weil es sich hervorragend eignete, um den Körper zu entwässern. Das Natron, welches wir kennen, wurde jedoch ständig verbessert und wird heute durch chemische Reaktionen hergestellt, bei denen Kreide und Salz eingesetzt werden. Großartig, denn beide Ressourcen sind fast uneingeschränkt vorhanden! Natron ist daher so wertvoll, weil es im Gebrauch keine Risiken für den Organismus, noch die Umwelt darstellt. Dennoch sollte Natron nicht in großen Dosen eingenommen werden, weil es sonst giftig wirken kann.

Unsere (Ur-)Großeltern hatten Natron immer in größeren Mengen zuhause – sie wussten dieses Multitalent im Haushalt sehr zu schätzen. Leider ist der kostengünstige Allrounder bei uns in Vergessenheit geraten und wurde durch viele bunte Flaschen im Drogeriemarkt ersetzt.

Back to the roots: gib’ Natron eine Chance – oder gleich mehrere! 😉

Gesichtswasser/Reinigung

  • Hervorragend bei empfindlicher oder fettiger Haut: Gesicht mit warmem Wasser waschen. Danach etwas Natron in die Handflächen geben und das Gesicht vorsichtig einreiben, anschließend warm abspülen.

Stinkemauken oder schlechter Atem

  • Die Schuhe müffeln? Dagegen brauchst du kein Schuh-Deo 😉 Einfach Natron in die Schuhe geben und mindestens 24 Stunden wirken lassen, bevor du es wieder auskippst. Die Schuhe sind danach desodoriert. Natron ist hervorragend, um Gerüche und Bakterien zu entfernen. Daher eignet es sich auch gut als Mundbad: 1 Teelöffel in 1 Glas Wasser auflösen und gurgeln. Gelegentlich auch etwas Natron auf die Zahnpasta geben, um die Zähen weiß strahlen zu lassen (hervorragend für Tee- und Kaffee-Liebhaber).  

Gemüse, Hülsenfrüchte und Kohl kochen

  • Gib‘ dem Kochwasser eine Messerspitze Natron: so erhält das Gemüse seine schöne Farbe und die Hülsenfrüchte werden schneller fertig und sind besser verdaulich. Bei Kohl (außer Rotkohl) einen Teelöffel Natron auf einen Liter Wasser geben: so wird der Kohl schneller gar, die Vitamine werden geschont und er ist besser bekömmlich.
  • Tomatensoße oder Rhabarber ist zu sauer geworden? Gib‘ ein wenig Natron hinzu, um die Säure zu regulieren.

Polster/Sofa/Teppich

  • Im ‚Windelalter‘ leiden Teppich und Sofa. Sei es durch ausgekippten Saft oder Pipi oder Kotze. Sorry – isso. Ich habe alles immer sofort abgewischt mit Wasser und Spülmittel und danach desinfiziert. Dennoch bleiben hässliche Rückstände. Nun habe ich aus 3 Esslöffeln Natron und 2 Esslöffeln Wasser eine Paste angerührt und die Flecken damit eingerieben. Das Ganze trocknen lassen und schließlich abgesaugt. Dadurch, dass der Stoff nicht glatt ist, werde ich wohl noch eine zweite Anwendung machen müssen. Aber: der Stoff ist oberflächlich gereinigt und desodoriert. Als nächstes werde ich mal das ganze Sofa mit trockenem Natron bestreuen und über Nacht einwirken lassen und wieder absaugen – das nimmt Gerüche.  

Kleidung und Waschmaschine

  • Um unangenehme Gerüche durch Bakterien und Pilze sowie Kalk in der Maschine zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Waschmaschine einmal im Monat bei 90 Grad ohne Wäsche zu reinigen. Dazu einfach 150g Natron ins Waschmittelfach geben und starten. (Übrigens geht das genauso beim Geschirrspüler)
  • Um die Leistung des ökologischen Waschmittels zu verstärken bzw. weniger Waschmittel zu nutzen, gib‘ einfach einen Esslöffel Natron ins Spülfach. Die antibakterielle Wirkung des Natrons lässt trotz weniger Waschmittel die Wäsche duften und dient gleichzeitig noch als Weichspüler-Ersatz!
  • Hartnäckige Flecken können mit Natron vorbehandelt werden, indem du das Kleidungstück in einer Schale mit heißem Wasser und einem Esslöffel Natron mindestens eine Stunde lang einweichst, bevor du es in die Maschine gibst.

Spüle/Backofen/Schneidebrett/Grill

  • Natron eignet sich auch hervorragend als Scheuermittel! Dazu stellst du eine Paste aus 250ml Natron und 50ml Wasser her, trägst es auf, rubbelst den Gegenstand ab und spülst mit klarem Wasser nach bzw. reibst es mit einem feuchten Tuch ab. Bei starkem Schmutz am Besten mindestens 12 Stunden einwirken lassen!

Aufbewahrung: Natron mag es nicht kalt und ist nach einer Kühlschrank-Lagerung nicht mehr aktiv und muss entsorgt werden. Um zu testen, ob es noch aktiv ist, kannst du 2 Esslöffel Branntweinessig in eine Schale geben und mit einem Esslöffel Natron bestreuen. Schäumt es? Glückwunsch – ist noch aktiv! Natron daher bestenfalls trocken im Schrank aufbewahren.

Hast du Natron selbst schon genutzt?

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